Da lachte Herr Schoißengeyer laut auf. Das klang zunächst geradezu fürchterlich: zornig, wild wütend und so recht eigentlich wie ein lautes heulendes Weinen. Dann aber wurde er milder, und endlich rannen dem guten alten Selbstling wirklich die Tränen über die erst zornesbleichen, dann schamrot brennenden Wangen.

»Verzeih uns halt allen,« flehte Frau Marie gerührt. »Wir stehn nit früher auf.«

»In Gotts Nam. I kann ja nit anders!« – Nun wurde er in eine Umarmung eingeschlossen von den glücklichen Dreien.

Thilde war die erste, die sich loslöste. In frauenhaft freudiger Erregung und liebevoller Eile huschte sie ins Nebenzimmer. In frauenhafter Ruhe und leuchtender Glückseligkeit kehrte sie in wenigen Augenblicken wieder. In ihren Armen aber trug sie ein süßes Etwas, eingehüllt in eine duftige Wolke von Spitzen und Schleiern. Mit einem liebwarmen Blick nach dem Vater sagte sie voll holder Scheu und voll schlichten Stolzes:

»Vater, da schau her! Da bring ich dir – 's Christkinderl! Wir habens erst heut kommen lassen.«

Herr Schoißengeyer beugte sich über die Wolke von Spitzen und Schleiern – und sah ein rosiges Kinderangesichtchen.

»Um Gottes willen, was ist denn das?«

»Das ist unser Kinderl, Vater! Toni heißt's wie du – ist aber ein Mäderl.«

»Was! A Kind habt's aa schon und i waß nix davon?«

»Ja, weißt Vater – schau, was hätt's denn auch gnützt? Und dann – sag's du, Eduard!«