Förster: Mit der Rinne?

Gisela: Die tropfte. Und da fallen wohl die Tropfen auf ein Vordach. Und das hört ich und konnte nicht schlafen. Dann manchmal tropfte sie nicht und beinah schlief ich ein und dann fing sie wieder an. Förster, Ihr geht im Wald herum und kommt Abends müde heim, da wißt Ihr nicht wie das ist — so auf Rinnen hören. Und Schloß Schweigen ist ja das herrlichste Schloß der Welt, ich möchte gar nirgends lieber sein, eine Linde rauscht mir, von den Waldbergen kommt süße Regenluft, eine Rinne tropft mir ...

Förster: Mit der hattet Ihr ja Streit.

Gisela: Ja, ich dachte, es wäre wirklich das liebste Schloß der Welt. Nur die Rinne wäre ein Fehler ... es könnt eben nichts vollkommen sein ...

Förster: Wüßt noch einen ...

Gisela: Da horchte ich auf die Rinne, ob die mich wohl nur weckte, weil sie mir Etwas sagen wollte. Da erzählte die mir eine Geschichte von Tropfen, Tropfen, einem Schifflein, einem Rinnsal, Strom und Meer.

Förster: Kenn sie auch, will aber doch nach der Rinne sehen ... Ja und sonst hätts keinen Fehler mehr, das Gespensterschloß? Fräulein Gisela, das mit den Gespenstern, da ist auch ein Vorteil dabei. Ihr fürchtet Euch nicht, ich fürcht mich nicht, das Kind hats Fürchten auch schon bald verlernt. Aber mein Weib traut sich nicht im Finstern all die Gäng herauf. Tät sonst schon lang horchen da außen und nachher Redensarten machen ... das Schlarrmaul!

Gisela: Förster!

Förster: Weiß wohl, Gräfin Gisela, sollt nicht so Sachen sagen. Kommt davon, wenn man einen Waldmenschen in die Stube zum Fräulein hereinläßt. Wird ihm zu wohl dem Esel, geht aufs Eis und bricht das Bein.

Gisela: Das nächste Mal müßt Ihr den Feldmann mit bringen.