Förster: Das wär! Das wär!

Gisela: Ihr glaubt es noch nicht? Von Gehen, daß ich wieder gehen könnte, sagt sie aber Nichts.

Förster: Von Gehen Nichts. Ist das ein Jammer, ein Hexenjammer!

Gisela: Nein das ist keiner, noch lange keiner, es gehen viel arme Menschen an Krücken —.

Förster: Ihr an Krücken?

Gisela: Gefällt mir auch nicht, Förster, ich wüßte Nichts, was mich schwerer ankäm! So wie ich eben bin, stolz, wißt Ihr, stolz. Aber man könnte doch selbst zu einem Glase Wasser kommen, nicht Andere um Alles plagen müssen. Vielleicht auch im Schloßhof herumklappern. Kommt man Treppen herunter mit Krücken?

Förster: Ich trag Euch die Treppen.

Gisela: Ich dank Euch! Macht das Viel aus, wenn Ihr mich bis zur Brustwehr tragt?

Förster: Ich trüg Euch bis nach Rom, wenns sein müßt und meine Alte mir nicht nachkäm! Warum denn nicht!

Gisela: Nur bis zur Brustwehr. Da könnte ich mit der Hand in Lindenzweige greifen, da wüchse ein feines Gräslein zwischen den Ritzen des grauen Steinwerks, da säh ich hinüber zu den Waldbergen. Vielleicht könnte ich ein rotes Felsennelklein erhaschen; wenn nicht, so freute ich mich doch daran. Ich brauche keine klappernden Krücken, so glücklich wär ich, bin ich. Das Schloß Schweigen, altes graues Geisterschloß ... Oder brauch ich doch Krücken! Könnt ich damit zur Nachbarin und ihrem kranken Kind kommen?