Engela: Gute Nacht, Prinzessin. Da reitet der junge Graf in den Schloßhof! Ach das wäre die schönste Geschichte, wie mir meine Großmutter noch keine erzählt hat! Von der Hexe und dem Grafensohn! Und das Gewölb — so schauerlich. Und dann kommt das Geisterschloß und daß die Prinzessin auch noch verwunschen ist.
Gisela: Verwunschen!
Engela: Ja! der Engel Leiden! Vor gar Nichts mehr fürchte ich mich in dem Spukschloß, seit Ihr mir gesagt habt, das schreckliche Klopfen wäre eine Rinne und ein Blech. Aber vor dem Engel Leiden fürcht ich mich! Wenn Ihr mit dem redet ...
Gisela: Das hörst du?
Engela: Jetzt nicht mehr! Aber wie Ihr im Fieber waret! Und Ihr seht schön aus wie Nichts in der Welt und schauerlich wie Nichts in der Welt.
Gisela: Da würdest du dich am meisten vor mir fürchten! Du Armes ...
Engela: Und hör ich auch gar Nichts, so seh ich es Euch doch am Morgen an ... Der Engel Leiden war wieder da!
Gisela: Wie siehst du mir das an ...
Engela: So an den Augen, so ein blaues Leuchten!
Gisela: Da brauchst du dich nicht davor zu fürchten! Gib das Fürchten auf, Engela, kommt nichts dabei heraus, als daß man Kummer hat.