Engela: Ach ja! Keine Prinzessin hat noch einen verbrannten Fuß gehabt, mit dem sie hat nicht gehen können — und hat müssen auf dem verbrannten Rücken liegen!
Gisela: Die werden ihre Leiden auch nicht erzählt haben! Sie haben goldene Schuhe über den Fuß gezogen und Niemand sehen lassen, daß er ein wenig kleiner ist wie der andere, und über den Rücken haben sie die goldenen Haare gehängt .... Aber schweigen haben ihre Mägdlein müssen, Nichts verraten, sonst weinen die Prinzessinnen. Gute Nacht, du!
Engela: Ich vergeß mein Gebetlein nie mehr! Seit ichs die eine Nacht vergessen habe mit dem Glas Wasser! — Gute Nacht —
(sie geht hinaus in den Vorraum, in dem eine brennende Laterne von dem Balkenwerk herunterhängt; über der Treppe ist ein Fenster mit einer tiefen Nische ... Der Junggraf Heinz von Brauneck fliegt die Treppen hinauf, die letzten vier Stufen nimmt er auf einmal).
Graf Heinz: Engela, wie ist es jetzt, der Förster sagte mir, man wisse immer noch nicht —
Engela: Wie die Geschichte weitergeht, Herr Graf ...
Graf Heinz: Weil ich nicht wußte, wie es stände, hab ich dies mitgebracht.
Engela: Rosen und Früchte, Äpfel und ein Pfirsich!
Graf Heinz: Für Leben und Sterben. Wenn es Sterben hieße, die Rosen da — ganz naß vom Regen sind sie ... und wenn es Leben wäre ..., die Früchte. Den Pfirsich, den muß sie essen, es ist eine Schande, daß es nur einer ist! — Du Engela hast so viel Kinderlehre jetzt versäumt, so will ich dir ein wenig nachhelfen.
Engela: O die Prinzessin Gisela sorgt ganz schön für meine Kinderlehre.