Dann ist er hinaufgegangen zu seinem Vater. Aufrecht ging er und hinter ihm drein tragen die Engel den armen Menschen mit den zerbrochenen Gliedern. Da rührt ihn ein Engel an — er dreht sich um und sieht sie kommen, die Scharen, ein langer Zug ... durch tausend Jahre geht er, und immer noch ziehen sie hinter ihm drein ...

Wie Gisela mit Leiden stritt

Gisela: Leiden, das Käuzchen soll aufhören! Wie es schreit! Hörst dus denn nicht! Es geht mir durch Mark und Bein, wie es schreit. Leiden, kannst dus denn mit anhören! Kannst du es denn mit ansehen, wie ich mich winde!

Warum holst du mir den Schlaf nicht? Wie viel Nächte schon ist er nicht mehr zu dem Fenster hereingestiegen? Leiden, du willst ein Engel sein und da stehst du Nacht für Nacht, Stunde für Stunde und siehst mich daliegen.

Hast dus gehört, was die Försterin heute gesagt hat? Als das Fenster offen war, mußt dus gehört haben. Sie sagte: Ists denn noch immer nicht zu End da droben? Einem Stücklein Vieh gibt man eins vor den Kopf, das wäre auch das Beste, was man der tun könnte ...

Hörst du, Leiden, so muß ich daliegen wie ein armer, zertretener Schmetterling im Staub am Weg ... So bin ich geschändet ... das sagen sie von mir ...

Wars das Käuzlein, das so schrie, war ichs? Wars ein armes Tier, das an einem Pflock angekettet wimmert ... Das bin ich ... ich schrei ... ich ... Du, Leiden, schämst du dich nicht?

Leiden: Du mußt mich nicht an deinem Bette haben, wenn du nicht willst ...

Gisela: Du sagtest, du werdest mich nie verlassen.