»Und was sagst denn du

»Ich sage gar nichts.«

»Nun, dann gehen wir jetzt ans Lernen.«

Diesmal war Felix gleich dabei und nahm rasch seine Tafel.

»Wir wollen heute nicht schreiben, sondern einen Spruch durchgehen,« sprach Herr Baumann, »ich will dir ihn vorsagen: ›Ich bin der allmächtige Gott, wandle vor mir und sei fromm.‹« Felix mußte ihn ein paarmal nachsagen und konnte ihn bald.

»Der Spruch ist recht für dich gemacht, Felix, weil du keine Eltern mehr hast. Andere Kinder wandeln vor den Augen ihrer Eltern, die sind Gottes Stellvertreter bei ihnen und sagen ihnen, was gut und böse ist. Du aber mußt dich an Gott selbst halten, mußt immer daran denken, daß er dich sieht und mußt nur tun, was Er sehen darf; dann wandelst du vor ihm und wirst fromm und das war ja auch deiner lieben Mutter Herzenswunsch.«

Felix war immer gleich bewegt, wenn der Lehrer von seiner Mutter sprach, auch jetzt traten ihm Tränen in die Augen.

»Du mußt nie denken,« fuhr der Lehrer fort, »daß du etwas heimlich tun könntest; der liebe Gott hört und sieht alles, er weiß auch alles, was du heute getan hast.«

Dem kleinen Felix schlug das Gewissen, ängstlich blickte er zum Lehrer auf. Dieser zog ihn freundlich zu sich.