»Ich traue mich nicht, aber ich muß!« rief Hans, lief zum Haus zurück, trabte die Treppe hinauf und ohne weiteres in das Zimmer hinein, denn in seiner jetzigen Aufregung konnte er doch an solche Kleinigkeiten, wie das Anklopfen an der Türe, nicht denken! Mit einem Male stand er vor Frau Reinwald, die eben vor einer Kiste kniete, in die sie Porzellan einpackte. Ganz erstaunt sah sie auf.
»Vergelt's Gott und ich dank auch schön,« sagte der Hans und streckte seine Hand hin. Die rechte war's freilich nicht, sondern die linke, der Hans machte da noch keinen Unterschied.
»So ist's recht, mein Kind,« sagte Frau Reinwald und ergriff freundlich die dargebotene Hand, »gelt, vorhin hast du's ganz vergessen.«
»Ja,« sagte der Hans und wurde wieder über und über rot.
»Brauchst dich gar nicht zu schämen, denn du hast's jetzt wieder gut gemacht. Es ist auch recht, daß du noch einmal heraufgekommen bist, denn ich muß dir noch etwas sagen. Später, wenn die andern Kinder fortgehen, sollst du mit dem Felix noch ein wenig dableiben bei meinem Gretchen, wollt ihr wohl?«
»Ich will schon und der Felix auch, dem ist's gar nicht recht, daß die Reinwald fortkommt; aber mir auch nicht.«
»So, habt ihr sie gerne?« sagte lächelnd Frau Reinwald, »nun dann kommt nur nachher noch ein wenig zu ihr.«
Hans sagte nun sehr ausdrücklich: »Behüt Gott« und ging mit leichterem Herzen die Treppe wieder hinunter, als er heraufgekommen war.
Drunten wurden Äpfel geschüttelt, Felix saß hoch oben im Baum und wagte sich soweit hinaus auf die Äste, daß es Herrn Reinwald ganz Angst wurde.