»Was hilft’s, wenn’s nicht besser bezahlt wird? Wir bringen doch nicht mehr fertig.«

»Das mußt nicht meinen. Der Johann ist jetzt schon drei Jahre, mit vier kann man ihn schon anweisen und mit fünf hilft er so viel wie der Philipp!«

»Dafür muß der dann in die Schule, das gibt auch wieder einen Ausfall in der Arbeit.«

»Die paar Schulstunden mußt nicht so rechnen,« sagte die Frau, »die bringen sie bei Nacht herein. Dem Haldengreiner sein Achtjähriger, der hat schon manche Nacht durchgeschafft.«

»Weiß schon, dann schlafen sie in der Schul’, soll gar nicht gut sein für die Kinder; dumm und schwach bleiben sie, hat der alte Lehrer gesagt, und der neue Lehrer sagt’s auch und er hat recht.«

»Geh zu, was der Lehrer sagt, mußt nicht so anschlagen, er möcht’ halt, daß die Kinder lernen. Der alte hat’s immer gewollt, und der neue ist auch nicht besser. Da ist einer wie der andere aufs Lernen aus.«

»Aber ist’s nicht wahr, daß wir Leute schwach sind? Sogar der Schulz sagt, die wenigsten von unseren Burschen geben Soldaten.«

»Was Soldaten, wir brauchen doch keine, es ist ja seit dreißig Jahren Frieden im Land!«

»Jetzt, Frau, du redest aber dumm daher.«

Die Frau lachte. »Wird halt der Lehrer recht haben, daß wir dumm sind. Aber wieviel Nächte hab’ ich auch schon durchgeschafft! Aber was willst denn machen? Wir können’s doch nicht ändern. Geh, stopf du dir die Pfeife, daß dir die schweren Gedanken vergehen, am Samstag bring’ ich dir wieder ein Päckchen Tabak mit.«