"Oder sie sind so kurz, daß man nicht viel davon bemerkt?"
"Das kann sein, auf die Uhr schauen wir gewöhnlich nicht."
"Ich glaube, eure Stunde hat manchmal nur fünfzehn Minuten; das ist aber nicht genug, ihr müßt eure Zeit einhalten; denke nur, wenn Wilhelm wieder eine so schlechte Note bekäme!"
"Die bekommt er nicht noch einmal, Mutter, du kannst dich darauf verlassen!"
Bald nachher rief Frau Pfäffling Wilhelm und Otto zu sich hinunter in die Holzkammer.
"Ihr habt ja gar keinen Vorrat gespaltenes Holz mehr," sagte sie, "daran dürft ihr es nicht fehlen lassen, solange ich fort bin. Walburg muß in dieser Zeit alle meine Arbeit tun, sie kann nicht auch für Holz und Kohlen sorgen."
Und nun ging's an die Mädchen. "Marianne, ihr müßt Walburg soviel wie möglich alle Gänge abnehmen, solange ich fort bin."
"Ja, ja, Mutter, das tun wir doch immer!"
"Manchmal sagt ihr doch: wir haben zuviel Aufgaben, oder: wir haben die Stiefel schon ausgezogen. Ihr müßt lieber die Stiefel dreimal aus- und anziehen, als es darauf ankommen lassen, daß Walburg mitten am Vormittag vom Kochen fortspringen muß."
So ging der letzte Tag mit Vorsorgen und Ermahnungen aller Art hin und am Morgen der Abreise, schon im Reisekleid, nahm Frau Pfäffling noch einmal Nadel und Fingerhut zur Hand, um einen eben entdeckten Schaden an einem Kinderkleid auszubessern. Sie sorgte noch auf dem Weg zur Bahn, ja aus dem Wagenfenster kamen noch hausmütterliche Ermahnungen, bis endlich der Zug durch eine kaum hörbare erste Bewegung zur fertigen Tatsache machte, daß Frau Pfäffling verreist war.