„Ja, vor dir müßte sie sich schämen, Schnaps zu trinken.“
„Ganz könnt’ sie’s wohl nicht mehr lassen.“
„O Lene, du dauerst mich; wenn du sie nicht zu dir nimmst, ist’s nicht gut, und wenn du sie nimmst, ist’s gar nicht mehr nett bei dir!“
„Ich kann mir’s noch überlegen bis zum Ziel, vorher rede ich noch mit deiner Mutter.“ Lene und Gretchen standen längst an dem Punkt, wo sich ihre Wege trennten.
„Adieu, Lene,“ sagte Gretchen, „komm nur bald zur Mutter, sie muß einen Ausweg finden.“
„Ja, nach eurer Gesellschaft komme ich, vorher hat deine Mutter keine Zeit.“
„Ach ja, die Gesellschaft, die Frau Batz, die aus einem Ei zwei macht!“
„Gegen die darfst du nichts sagen, Gretchen, sie ist weit und breit berühmt, und du wirst sehen, wie fein sie alles macht. Aber eines kannst du ihr ausrichten: links hinten im Bratrohr ist ein kleines Loch, auf das muß sie ein Blech legen, sonst bekommt sie keine gleichmäßige Hitze.“
„Ich will’s ihr ausrichten; adieu Lene.“ Als Gretchen schon ein paar Schritte weg war, rief ihr Lene noch nach: „Ganz hinten, links!“ und Gretchen wandte sich lachend um und rief zurück: „Ich habe schon verstanden, ganz vorn rechts!“ über welche Zurufe die Vorübergehenden etwas erstaunt aufsahen.
Am nächsten Mittwoch um zehn Uhr gleich nach der Geschichtsstunde sagte Gretchen zu den neben ihr Sitzenden: „Kommt, wir lassen alle Bücher liegen und gehen schnell hinunter, damit unser Pfarrer nicht warten muß.“