Frau Batz war nicht sprachlos. Das ganze Tierreich, vom Kamel bis herunter zur Gans mußte herhalten, um Benennungen für die arme Franziska zu liefern.
Eine solche Szene hatte Gretchen noch nie im Hause erlebt. „Ich will die Mutter herausrufen,“ sagte sie. „Hat Ihre Mutter vielleicht Pasteten? Kann sie welche aus den Ärmeln schütteln?“ rief die verzweifelte Köchin, „wo die Batz kocht, da wird die Frau nicht herausgerufen.“
„Dann könnte man vielleicht die Pasteten ganz weglassen,“ schlug Gretchen vor, „es gibt ja heute abend so viele gute Sachen.“
„Den ersten Gang weglassen? Das gibt’s nicht, ich wäre blamiert für alle Zeiten. Ich muß etwas haben zu meiner Sardellensauce, aber es ist nichts im Haus und zu allem zu spät!“
„Kann man keine Pasteten mehr bekommen beim Pastetenbäcker?“ fragte Gretchen, „hat er keine? soll ich hinrennen?“
„Es ist spät und käme erst noch recht teuer.“
„Ich will alles zahlen,“ stöhnte Franziska.
„Ist ein Telephon im Haus?“ fragte jetzt Frau Batz in einem Ton, der wohl zeigte, daß sie eine Hoffnung schöpfte. „Ja, unten beim Hausherrn.“ „Dann könnte es gehen, denn der Ausläufer beim Pastetenbäcker fährt oft mit dem Rad. Schnell, Fräulein Gretchen, Sie können am besten springen, gehen Sie hinunter zum Hausherrn, fragen Sie an, ob der Pastetenbäcker augenblicklich dreißig Pastetchen schicken kann, versprechen Sie ein gutes Trinkgeld, wenn er in einer Viertelstunde da ist.“ Gretchen flog nur so die Treppe hinunter zum Hausherrn und schlüpfte gerade noch unbemerkt durch seine Türe, ehe die letzten Gäste heraufkamen.
Arme Franziska, wie war’s ihr zumute, während sie die Besuche empfing!
Nach kurzer Zeit kam Gretchen triumphierend in die Küche zurück: „In zwölf Minuten können die Pasteten da sein!“