„Ihn schon.“

„Und die Kinder?“

„Die Kinder freilich.“

„Und die Base, und mich – ist’s noch nicht genug, Lene? Gelt, du gehst und schaffst den Stuhl hinauf und sagst ein freundliches Wort dabei?“

„Ich bin’s schon so gewöhnt durch die vielen Jahre, Ihnen zu folgen; ich weiß schon, daß ich’s tun muß. Den ganzen Tag geht’s mir so, daß ich denken muß: Machst du das so oder so, wie würde deine Frau raten? Und so wie Sie sagen würden, muß ich dann tun.“

„Und ich weiß, daß dich’s diesmal wenigstens nicht reuen wird. Aber vergiß das freundliche Wort nicht, das gehört dazu! Leb wohl, Lene, komm bald einmal zu mir!“

Gretchen erwartete die Mutter mit Ungeduld und war voll Interesse für ihren Bericht. „Wenn ich Zeit habe, bringe ich gleich morgen die Decke zur Base,“ sagte sie voll Eifer; „ich muß wissen, ob Lene den Stuhl hinübergetragen hat.“

Am nächsten Tag fand Gretchen aber nicht die Zeit, und das war gut; denn Lene übereilte die Sache nicht. Am ersten Abend, als sie mit ihrer Tagesarbeit fertig war, dachte sie: „Jetzt könnte ich wohl den Stuhl hinübertragen, aber so arg pressiert das nicht!“ und dabei blieb’s. Am nächsten Tag hatte sie zu waschen, und die Arbeit dauerte bis spät am Abend, da kam es wieder nicht dazu. Am dritten Tag, als sie eben ihre Wäsche im Hof aufhängte, hörte sie die Buben unter der offenen Stalltüre miteinander reden. Sie verstand nur die wenigen Worte; „Sie sagt, sie habe schreien müssen vor Schmerz.“ Schnell wandte sich Lene zu den Buben. „Wer hat geschrieen vor Schmerz? Die Base?“

„Ja, sie sagt’s.“ Jetzt raffte sich Lene auf.

„Wir bringen ihr den Lehnstuhl, daß sie weicher sitzt; kommt, helft mir tragen.“