„Wißt ihr, in welchem Zimmer ich heute Nacht schlafe?“ fragte Gretchen die Kleinen.
„Bei uns im Schlafzimmer,“ sagte Rudi.
„Nein, Rudi,“ sagte Betty geheimnisvoll, „ich weiß, wo sie schlafen muß.“
„Wo denn?“
Und ganz traurig antwortete die Kleine: „Sie muß im Garten schlafen!“
„Im Garten? Wer sagt denn das?“ fragte Gretchen. „Ich glaube doch, daß ich im Zimmer schlafe.“
„Aber da wächst nichts,“ sagte Betty, „und Rieke hat doch gesagt, du sollst dahin, wo der Pfeffer wächst.“
Gretchen lachte; sie konnte allmählich merken, daß Rieke, die Köchin, ihr nicht hold gesinnt war.
Es stellte sich aber doch heraus, daß im Schlafzimmer, in das Rudi und Betty sie nun führten, ein drittes Bett stand, auf dem frische Bettwäsche offenbar zum Überziehen bereit lag. Nun kam es Gretchen ziemlich sicher vor, daß dies ihr Revier sein sollte, und sie packte ihr kleines Köfferchen aus, band sich eine Hausschürze vor und überlegte, was sie nun tun sollte. Am besten wäre es wohl, sie überzöge ihr Bett; aber da mußte sie sich doch erst versichern, ob es auch für sie bestimmt sei, und dazu mußte sie Rieke fragen. Sie fühlte aber gar kein Verlangen, diese aufzusuchen.
„Einmal muß es doch sein, also am liebsten gleich,“ dachte sie und ging hinaus. Die Kinder, die ihr bisher auf Schritt und Tritt gefolgt waren, blieben auch hier nicht zurück.