Es folgte eine Liste. Sie begann:

„Berta Schwarz, Lehrerin aus Lyck, gesucht von Frau Elise Schwarz
in Berlin, Passauerstraße 6.“

„Ernst und Max Gullasch, 12 und 14 Jahre alt, gesucht von Lehrer
Gullasch in Heinrichswalde.“

„Familie Schneider, gesucht von Anna Schneider in Altkirch im
Elsaß.“

„Administrator Bajohr mit 40 Familien aus Milluhnen, gesucht von
Grau Donalus, Fasanenstraße.“

„Dienstmädchen Ida Kern, gesucht von Dr. Mayer in Mühlhausen im
Elsaß.“

So ging das weiter, eng gedruckt, eine lange Spalte.

„Ja,“ sagte Herr Kolmann, indem er die Liste überflog, „an diese Zeitung wollen wir uns wenden, ich werde gleich schreiben.“ Er stand auf, das Schreibzeug zu holen.

Im selben Augenblick stieß seine Frau einen Schrei aus: „Liebster, höre
nur: ‚Bankier Kolmann und Frau gesucht von ihrem Sohn Paul in Ulm,
Walfischgasse 3, bei Frau Peter.‘ Sieh doch, lies nur, ist's denn wahr?
Herzensmann, lies!“

Die Freude benahm ihnen schier den Atem, als sie zusammen lasen und aus den wenigen Worten herausfanden, daß ihr geliebtes Kind wieder gefunden war. „Er sucht uns!“ rief Frau Kolmann bewegt, „‚gesucht von ihrem Sohn‘ heißt es. Wer hat ihm nur geholfen, daß er diesen Ausweg fand? O diese Frau Peter, die möchte ich in Gold fassen! Wäre nur schon die Nacht vorbei! Was machen wir nun? Soll ich gleich abreisen?“