Deine Mutter mußt ich geben
Längst der Erde schon zurück,
Doch sie ließ von ihrem Leben
Mir in dir ein köstlich Stück.

Nun auch dieses hingeschwunden,
Auf, mein Schwert! Fest faß' ich dich!
Ringsum bluten tausend wunden—
Eine weiß ich, die traf mich.

Johanna Klemm

Kein Standesunterschied.

Eine Berliner Zeitung hat eine große Menge Liebesgaben gesammelt und sie dann durch ihren Vertreter an eines unserer Regimenter bringen lassen, das dicht am Feind stand. Als er einem jeden gegeben hatte, was er sich ausgebeten hatte, trat ein Soldat an ihn heran, der eben zwei Eimer voll Wasser herbeigeschleppt hatte. „Haben Sie vielleicht noch ein Hemd übrig?“ fragte er bescheiden, „ich habe seit vier Wochen keines bekommen können.“—„Ja, hier haben Sie ein Hemd,“ entgegnete der Verteiler, sah sich dabei den Soldaten genauer an und erkannte in dem Mann, der ihn um ein Hemd bat, einen Universitätsprofessor.

Bei St. Quentin wurden an einem Tag eine ganze Menge Verwundete in ein Lazarett gebracht, das von deutschen Schwestern versorgt wurde. Es gab viel Krankenbetten zu richten, Strohkissen zu füllen, Matratzen zu tragen und dergl. Ein Verwundeter bemerkt zwei Soldaten in einer ihm unbekannten Uniform; sie fielen ihm durch die liebenswürdige Art auf, mit der sie den Schwestern halfen, überall anpackten und für die Verwundeten Karten schrieben. „Was sind das für Kameraden?“ fragte er.

„Das sind unseres Kaisers Söhne, die uns heute besucht haben, Prinz
Adalbert und Prinz August.“

Der Hornist.

Eine feine List gelang einem württembergischen Hornisten. Sein Regiment
stand im Gefecht mit französischer Infanterie und geriet in bedrängte
Lage durch die Überzahl der Feinde. Der Hornist erkannte die Gefahr.
Rasch entschlossen blies er das französische Rückzugssignal. Die
Franzosen ließen sich täuschen, folgten dem Signal und machten Kehrt.
Der Hornist wurde mit dem eisernen Kreuz ausgezeichnet.

Der Lokomotivführer.