"Nein, nein, das wäre gar nicht auszuhalten, es zahnt und schreit so viel!"
"Dann müssen wir eben eine Unterkunft suchen für den Kleinen. Am besten in der Krippe."
"Mein Kind in die Krippe? Ach Gott, ich vergehe vor Heimweh nach dem
Kind!"
"Wenn Sie unter allen Umständen vergehen, kann ich Ihnen auch nicht helfen," entgegnete Frau Stegemann ungeduldig. "Entweder mitnehmen oder hier lassen—eines von beiden müssen Sie doch tun. Oder wissen Sie einen dritten Weg?"
"Ach nein—aber—"
"Nun also. Seien Sie recht dankbar, daß wir eine Krippe haben, in der man so einen kleinen Schreihals freundlich aufnimmt. Für heute nacht will ich das Kind nehmen und morgen in der Krippe nachfragen. Jedenfalls sorge ich für eine gute Unterkunft."
"Aber kann ich Ihnen denn das zumuten? Es ist doch gar zu viel!"
"Im Krieg hilft man zusammen. Ihr Mann ist ja auch für uns im Kugelregen gestanden! So sorgen wir auch für sein Kind. Haben Sie denn das Reisegeld?"
"Ich hoffe, daß es reicht!"
"Mit Hoffnungen kommen Sie am Schalter nicht aus. Ich will im Kursbuch nachsehen und Ihnen im Notfall etwas vorstrecken. Gehen Sie einstweilen und richten Sie alles!"