"Ja, aber ich zweifle nicht, es wird sich bald zeigen. Ein feines Tier ist das. Ich kann's gar nicht so aussprechen, wie dankbar ich dafür bin. Nach dem Krieg—wenn wir's erleben—bringe ich dir aber deinen Leo zurück, Gebhard, dann soll er wieder dir gehören." Das war eine schöne Hoffnung, Gebhard sah schon wieder fröhlich aus.

"Und schreiben will ich dir auch und dir berichten, wieviel er leistet."

"Ja, ob er solche Verwundete aufspürt, die sonst umgekommen wären."

"Gebhard sähe wohl gerne zu, wenn Sie den Hund abrichten. Könnten Sie das einrichten?" fragte die Großmutter.

"Aber natürlich, das wollen wir schon so machen. Ich kann ja an das Schulhaus kommen, dann verabreden wir es miteinander. Zuerst muß ich es im Lazarett melden, so lange bleibt dir dein Leo noch. Laß doch sehen, ob er sich nicht losreißt von mir, wenn du hinausgehst." Gebhard ging auf die Türe zu, der Hund erhob sich, zog an der Leine, wollte folgen.—"Leo, liegen bleiben!" rief ihm sein kleiner Herr zu, und verließ das Zimmer. Das Tier legte sich, aber es winselte leise. "Er ist doch sonst hie und da im Zimmer ohne Gebhard, da winselt er nie!" bemerkte Else.

"Er merkt, daß mir die Leine übergeben ist und das beunruhigt ihn, Sie werden gleich sehen!" Der Soldat ließ die Leine zu Boden gleiten, sofort war der Hund still. "Ein kluges Tier! Und so fein erzogen!"

"Mein Sohn versteht das, Gebhards Vater."

"Ist Ihr Herr Sohn auch im Feld?"

"Im Feld nicht, aber in russischen Händen. Was sie ihm getan haben und ob er noch lebt, das wissen wir nicht."

"Oh, ich habe keine Ahnung gehabt, daß Sie so eine Sorge haben," sagte der junge Mann und stand auf. "Da sitze ich und plaudere Ihnen vor, und nehme dem Kind noch seine größte Freude weg, das geht doch nicht."