Die Herren stürzten nach den vier Fenstern der Gondel und ließen blitzschnell die Schutzvorrichtung herunterklappen. Ein von der Seite kommender, kurzer, prasselnder Regen ging über den Weltensegler, mehr noch über die Gondel nieder. Schon glaubte Herr Stiller jede Gefahr abgewendet, als wiederum ein neuer, aber gewaltigerer Schlag, als es der erste war, die Gondel traf. Ihm folgte ein Klirren und ein lauter Schmerzensschrei. Der Ort, an dem sich der Geschwindigkeitsmesser in der Gondel befand, war durch einen kleinen Meteoriten getroffen worden. Durch die furchtbare Erschütterung war das Instrument verletzt und seine innere Glaseinfassung zersplittert worden. Einer der Splitter hatte Professor Frommherz getroffen, der nun stöhnend und blutüberströmt auf dem Boden der Gondel lag.
Durch den Schlag war die Gondel so heftig auf die Seite geworfen worden, daß eine heillose Verwirrung im Innern entstand. Erst nach einiger Zeit hörte die schaukelnde Bewegung der Gondel auf und machte wieder der alten, ruhigen Lage Platz. Weitere Schläge erfolgten nicht mehr, und Professor Stiller konnte annehmen, daß der Weltensegler auch aus dieser Gefahr unerwartet glücklich hervorgegangen sei.
Erst jetzt konnte Piller den Verwundeten untersuchen. Er stellte fest, daß die Verletzung zum Glück nicht so schlimm war, wie sie den Anschein hatte.
„Sie jammern im umgekehrten Verhältnis zu Ihrer Wunde, Frommherz,“ spottete Piller, nachdem er die Wunde untersucht hatte.
„O Himmel, das fehlte gerade noch!“ stöhnte der Verwundete, als Piller die Nadel durch die Wundränder stieß. „Haben Sie Unmensch denn gar kein Gefühl für mein Leiden?“
„Bah,“ entgegnete Herr Piller trocken, „Unmensch hin, Unmensch her! Danken Sie Ihrem Schöpfer, daß Sie noch mit einem solchen Schmisse weggekommen sind! Er wird sich auf Ihrer Stirn recht kühn ausnehmen, dieser länglich rote Streifen.“
„Was wird man dann von mir denken?“
„Was man will! So, nun schneiden Sie kein solches Jammergesicht mehr. Die Wunde ist genäht, der Verband befestigt. Watte, mit Göppinger Wasser getränkt, entfernt aus Ihrem Antlitze die Blutspuren. Dann sehen Sie reinlicher aus als wir. Nach einigen Tagen entferne ich die Fäden, und die Sache hat ein Ende.“
„Ach, wäre es nur erst vorüber!“
„Wenn Sie damit die Reise meinen, so bin ich ganz Ihrer Ansicht. Einmal aber muß diese vermaledeite Fahrt ihr Ende nehmen, so oder so,“ brummte der Medizinmann unmutig in den Bart.