„Sie selbst. Sie treiben nebenbei Viehzucht, Ackerbau und dergleichen mehr. Kommt einmal die Zeit, wo es keine Vergessenen mehr bei uns gibt, so müssen wir eben selbst diese Arbeiten ausführen. Darüber liegen bereits genaue Bestimmungen vor, denn unsere Vergessenen vermindern sich mehr und mehr,“ schloß Varan seine Auseinandersetzungen.

„Wunderbar glücklicher Planet, dieser Mars! Sogar die Missetäter hier oben, wenn man sie nach unseren Begriffen so bezeichnen darf, werden wieder Wohltäter durch ihre Leistung für das große Ganze,“ rief Stiller voll Enthusiasmus. „Und doch erfüllt es mich mit einer gewissen, wenn auch höchst bescheidenen, Genugtuung, daß auf dem Mars dieses Lebensbild voll Glanz und Licht einen kleinen Schatten hat, daß es auch nicht rein vollkommen ist.“

„Vollkommen oder unvollkommen sind Begriffe, die wir uns selbst unten auf der Erde geformt haben, und die wir im Sinne ihrer Bedeutung für uns auf die Zustände hier oben nicht anwenden dürfen,“ antwortete Dubelmeier.

„Sehr richtig!“ bestätigte Frommherz. „Mir persönlich kommt hier oben alles vollkommen, alles ganz wunderschön vor. Hier habe ich das Paradies gefunden, von dem man bei uns träumt.“

„Sie Schwärmer!“ erwiderte lachend Piller. „Besser ist die Marswelt entschieden als die unsere, und unsere Erde die beste der Welten zu nennen, wie es allgemein geschieht, ist daher nichts als platter Unsinn. Aber, lieber Frommherz, bald müssen Sie aus Ihrem Paradiese heraus und wieder hinunter nach Tübingen.“

„Das kann unmöglich Ihr Ernst sein, Piller,“ stotterte Frommherz erbleichend.

„Bitterer Ernst, mein Freund! Die schönen Marstage gehen nun bald zu Ende, nicht nur für Sie, nein, auch für uns, leider, leider!“ Professor Piller mußte sich nach diesen Worten heftig schneuzen.

„Aber die entsetzliche Reise!“ jammerte Frommherz. „Haben Sie denn schon so vollständig die ungeheuren Mühseligkeiten unserer Herreise vergessen?“

„Lieber Frommherz, es muß sein,“ entgegnete Stiller. „Wir sind nun bald zwei Jahre Gäste hier, und auch die Gastfreundschaft hat ihre Grenzen. Übrigens wissen Sie auch ganz genau, daß die Marsbewohner mit unserer Abreise rechnen. Ich glaube, die Worte, die damals Anan in Angola an uns richtete, enthielten deutlich genug den Wink zum Fortgehen. Unser Ehrgefühl und auch unsere Dankbarkeit erfordern, daß wir den Mars verlassen und zwar bald. Gewiß, die Rückreise ist mühselig, sie wird möglicherweise noch anstrengender für uns werden als die Herfahrt, aber — es muß sein!“

„Aber — aber könnte nicht ich wenigstens zurückbleiben?“