„Es geht nicht! Es ist nicht gut möglich! Wir sind miteinander gekommen, und wir müssen daher auch wieder miteinander gehen. Das ist klar. Wir alle, Sie leider ausgenommen, sind darüber einig, daß wir gehen müssen, obgleich uns der Abschied von diesem herrlichen Planeten wahrlich schwer genug wird, denn wir haben ohne Zweifel auf ihm die schönste und an Genuß reinste Zeit unseres Lebens zugebracht. Einen Drückeberger darf es nicht geben,“ entschied Stiller.

Etwas beschämt über diese wie eine Zurechtweisung klingende herbe Antwort, ließ Frommherz nichts mehr über die ihn bewegenden Gefühle verlauten; er verschloß sie von jetzt ab fest in seiner Brust.

In dem landschaftlichen Bilde, das sich hier den Augen bot, fiel Herrn Dubelmeier ein stattlicher Berg auf, der isoliert in stolzer Einsamkeit seine schneebedeckten Gipfel gen Himmel streckte. Der ganze pyramidenartige Aufbau des Berges verriet seinen vulkanischen Ursprung. Von seiner etwas abgestumpften Spitze aus mußte man eine großartige Fernsicht genießen. Bei diesem Gedanken war in Herrn Dubelmeier die alte Leidenschaft des Bergsteigers wieder geweckt.

„Wie wäre es, wenn wir zum Schlusse unseres Aufenthaltes auf dem Mars jenem prächtigen Berge da drüben einen Besuch abstatten würden? Bei der Beschaffenheit der Marsatmosphäre dürften wir dort oben eine außerordentlich schöne Aussicht haben,“ sprach Dubelmeier zu seinen Gefährten.

„Ich komme mit,“ entschied Stiller kurz entschlossen.

„Ich auch!“ erklärte Piller. „Wie heißt der Berg, Varan?“

„Der Berg des Schweigens.“

„Ein merkwürdiger Name!“ meinte Stiller. „Wer kommt sonst noch mit?“

Aber die vier übrigen Schwabensöhne konnten sich zu der Tour nicht entschließen. Eine gewisse Mattigkeit und Abspannung hielt sie davon zurück. Man kam überein, daß sie hier die Rückkehr der drei Freunde abwarten sollten. Varan sorgte für alle Bedürfnisse der kleinen Karawane und vergaß auch nicht die passenden Kleidungsstücke und die sonstigen erforderlichen Gegenstände. In Begleitung von drei Marsiten reisten die Herren ab. Ein Motorboot brachte sie auf einem der Kanäle rasch bis zum Fuß des Berges, der sich beim Näherkommen immer mehr als ein Riese entpuppte. Dubelmeier schätzte seine Höhe über der Talsohle auf ungefähr dreitausend Meter.

Steil fiel er von allen Seiten ab, und es war nur in langen Zickzacklinien möglich, zu ihm emporzuklimmen. Es war dies ein beschwerliches Stück Arbeit. Bei jedem Schritt sank der Fuß bis über den Knöchel in den schwarzen Sand des verwitterten Lavafeldes ein. Stunden vergingen in ermüdendem Steigen, bis die Herren endlich in die Nähe der Schneegrenze gelangten. Hier wurde Halt gemacht. Einige Stunden der Ruhe sollten die gesunkenen Kräfte der Bergsteiger wieder heben. Erst jetzt konnten die Herren erkennen, wie hoch sie schon gekommen waren, denn bei dem mühsamen Stampfen durch den lockern Boden hatten sie keine Zeit gehabt, Umschau zu halten.