„Das ist ja der Nordpol des Mars!“ entfuhr es plötzlich den Lippen Stillers.

Eine große Erregung bemächtigte sich der Beobachter: der Hauch der Unendlichkeit wehte ihnen hier entgegen. Ein solches Ergebnis der Fernsicht hatten sie nicht erwartet. Immer und immer wieder betrachteten sie die deutlich wahrnehmbare Abrundung.

„Kein, Zweifel, es ist der Nordpol. Wie wunderbar, daß unsere Augen auf einem andern Planeten das schauen dürfen, was auf der Erde bis jetzt, allen Versuchen zum Trotz, niemandem gelang!“ sprach Herr Stiller. „Wie wird dieses Bild erst bei Nacht sein!“

„Wie meinen Sie das?“ forschte Dubelmeier.

„Nun, ich denke an die feurigen elektro-magnetischen Polausströmungen,“ erwiderte Stiller.

„So bleiben wir so lange hier!“ entschied Piller. „Aber sehen sie einmal, meine Freunde, was ist denn da unten?“

Stiller und Dubelmeier drehten sich um. Etwa zweihundert Meter unter ihnen lag, hell beschienen vom Lichte des Tages, im Krater des früheren Vulkans ein See von heller, smaragdgrüner Farbe. Blühende Blumen umsäumten seine Ufer.

„Blumen und Wasser, Eis und Schnee, merkwürdige Kontraste! Wie verträgt sich das?“ fragte Piller. „Wir scheinen ja hier oben von einem Wunder ins andere zu fallen!“

„Auf dem Mars hat das Merkwürdige überhaupt kein Ende!“ entgegnete Stiller lächelnd. „Doch untersuchen wir die Sache, und steigen wir hinab in den Krater, der nebenbei noch ein ausgezeichneter Lagerplatz sein dürfte!“

Bald waren die Herren unten am See. Da, wo der Schnee aufhörte und der Pflanzenwuchs einsetzte, fühlte sich der Boden warm an, ein Beweis, daß der Vulkan noch nicht gänzlich erloschen war. Das Wasser des Sees war gleichfalls warm und zeigte eine Temperatur von dreißig Grad Celsius. Das wunderbar klare, nahezu durchsichtige Wasser von etwas salzigem Geschmack ließ den Boden des tiefen Sees deutlich erkennen, der wie mit einem tiefroten Teppich bedeckt erschien.