„Ein richtiger Vagabund im Fastnachtsanzug,“ brummte Herr Grobschmiedle vor sich hin, als er den sonderbaren Fremden von der Seite mit stolzer, verächtlicher Amtsmiene gestreift hatte.
„Rapportiere gehorsamst, Herr Kommissär, daß ich diesen Mann hier, weil schriftenlos und in unpassendem Aufzug sich am frühesten Morgen auf dem Wasen herumtreibend, als verdächtig aufgegriffen habe.“
Während der Schutzmann seinen Bericht herausschmetterte, legte Frommherz in aller Seelenruhe, sein elegantes Bündel auf die Bank an der Wand. Der Kommissär und der Schutzmann hatten sein Tun scharf beobachtet. Ihre Blicke begegneten sich. „Diese kostbare Tasche muß der Kerl irgendwo gestohlen haben,“ drückte die Augensprache der beiden deutlich aus.
Der Eingelieferte wandte sich nun nach dem Beamten um. In seinen klaren, blauen Augen lag ein so hoher, zur Achtung zwingender Ausdruck, daß der Kommissär unwillkürlich etwas höflicher, als es sonst seine Gepflogenheit war, das Verhör begann.
„Ihr Name?“
„Fridolin Frommherz.“
„Geboren?“
„26. September 19 . .“
„Wo?“
„In Cannstatt.“