„Eine liebenswürdige Aufmerksamkeit, fürwahr, die ich dankbar anerkenne,“ lobte Frommherz.
Einige weitere, ausgesucht schöne Musikvorträge folgten der „Hymne an Schwabens kühnste Söhne“. Dann zog die Kapelle wieder ab.
„Für uns ist es nun auch Zeit, an den Aufbruch zu denken,“ mahnte Stiller.
Als die Herren aus dem Gebäude traten, wurden sie durch eine zweite Aufmerksamkeit des Oberbürgermeisters von Stuttgart überrascht. Die weißgekleidete Tochter des städtischen Oberhauptes in Gesellschaft einiger anderer ebenfalls festlich geputzter Mädchen übergab mit einer kurzen Ansprache Frommherz einen frischen Lorbeerkranz, dessen seidene Schleifen die Farben der Residenz und des Landes trugen. Frommherz nahm den Lorbeerkranz mit Worten herzlichen Dankes entgegen und schüttelte jedem der blühenden, ihn mit scheuer Ehrfurcht betrachtenden Menschenkinder warm die Hand.
Stiller war unterdessen ins Haus zurückgeeilt und hatte ein kurzes Zwiegespräch mit dem Wirte gehalten. Nun kam er wieder zurück und lud die Mädchen im Namen des Gefeierten zu einer Erfrischung ein, die von ihnen mit Jubel angenommen wurde.
„In unserm großen Auto haben die Kinder auch noch Platz. Wir bringen sie hinauf nach Stuttgart,“ schlug Stiller vor.
Gern willigten die andern Freunde ein. Mit welch stolzer Befriedigung fuhren nachher die Mädchen, die nun jede Scheu verloren hatten, mit ihren berühmten Begleitern durch Cannstatt, über die Karlsbrücke und durch die im Gewande des Frühlings prangenden Anlagen nach Stuttgart! Die Freude über die ihnen erwiesene Auszeichnung leuchtete aus den strahlenden Augen der Kinder, als sie auf dem Schloßplatze aus dem Auto stiegen und sich von den Gelehrten verabschiedeten. Unter den brausenden Hochrufen einer rasch sich ansammelnden Menschenmenge fuhren die Freunde Stillers Heim zu.
„Einfach, aber würdig war der Empfang. Er hat mir gefallen und mich vollkommen befriedigt,“ erklärte Frommherz.
„Wahrhaftig, mir machte er einen besseren Eindruck als der unsere damals, als wir auf dem Hasenberge ankamen,“ meinte Brummhuber.
„Weil er sich unvorbereitet, so ganz aus sich selbst heraus vollzog,“ bemerkte Stiller.