Diese Kürzungen der Rufnamen, welche als solche in Niederdeutschland, mit alleiniger Ausnahme von Fritz,[29] durchaus nicht üblich sind, haben von Oberdeutschland her als Familiennamen weite Verbreitung gewonnen.

Das z erweichte sich übrigens, der Entwickelung der Sprache folgend, häufig in ss: Diess, Russ, ja in s: Heinse, während es sich anderseits in sch, tsch vergröberte: Gersch statt Gerz, Dietsch.

Da nun aber die Sprache mit einmaliger Verkleinerung noch keineswegs zufrieden ist, so werden diese verschiedenen Endungen verbunden und auf solche Weise doppelt verkleinerte Formen gebildet, z. B. von Dietrich:

Ja es finden sich Formen, in denen alle drei Suffixe (z, l, k) vereinigt sind: Dietzelke.

b) Genetivische Namen.

Wenn (nach [S. 31]) auch die Form, in welcher ein Personenname sich als Familienname festsetzte, in der Regel die des Nominativs war, so war es doch unausbleiblich, daß bisweilen der Genetiv an seine Stelle trat. Entsprach es doch der strengen grammatischen Regel, wenn der Name des Vaters zu näherer Bezeichnung eben im Genetiv hinzugefügt wurde: Heinrich, Sohn Arnolds, lateinisch Henricus, filius Arnoldi, wobei die Bindeglieder „Sohn“ und filius auch wegfallen können.[30] Daher nun eine ziemliche Menge Namen, die sich im Genetiv festgesetzt haben und in dieser Form als Familiennamen erstarrt sind. Die beiden Biegungsarten, welche durch die Deklination der Hauptwörter im Deutschen hindurchgehen, treten nun auch hier hervor:

die starke, die sich durch ein s,

die schwache, die sich durch ein n

im Genetiv kennzeichnet. Erstere tritt an die vollen Namen, wie Diederichs, Hermanns, letztere an die Verkürzungen: Thielen, Otten (welche aber auch häufig das s der starken Biegung annehmen, z. B. Köhns neben Könen).