Ret-, Rett- s. [Rad] (V., einst. K.).
Retzel s. [Rad] (einst. K.).
Reuleke s. [Hrod] (einst. K.).
Reumschüssel III. Satz-N. „räume die Schüssel“, von einem tüchtigen Esser (Godefredus dict. Rumskottele. 1178 Köln). Vgl. die alten N. Rumekiste; Rumenkasten; Rumzlant und Rumelant (zwei Dichter des 13. Jh.). — Rumenap (-pf); Raumsattel; Raumtaschen.
FN. Raumschüssel; Reumschüssel — entstellt Reimschüssel; Ramschüssel. Niederdeutsch Rumschöttel.
Reut III. vom ahd. riuti „durch Reuten urbar gemachtes Land“ (lat. novale), welches seit dem 8. Jh. sehr viele ON. bildet. Die neueren Bildungen (südd.) endigen teils auf -reut, woraus durch schlechtere Aussprache mehrfach -reit geworden, teils auf -ried.
| FN. | 1) | Bärenreuth. von Kalkreuth (O. Kalkreuth in Schlesien). von Gravenreuth. |
| 2) | Reith. Herbstreith. | |
| 3) | Rieth. Autenrieth (O. Autenried) u. a, s. [Ried]. |
Ableitung auf -er (oberd.):
| 1) |
-reuter (in Baden, Württemberg, Bayern, Österreich, bes. auch
unter den salzburgischen N. s. Beheim-Schwarzbach, Hohenzollersche
Kolonisationen S. 523 ff.): Reuther. Beyreuther (O. Baireuth).
Hinterreuter. Kannreuther. Kuchenreuter. Langreuter.
Neureuther. Niederreuther. Oberreuther. Pfützenreuter
(Pott). Vogelreuter. Hochroithner (O. -roith u. -reithen). Greuter, Grüter (ON. Greuth aus Gereut, woher die schweiz. Vklf. Grütli, Rütli, s. Schillers Tell: „Das Rütli heißt sie bei dem Volk der Hirten, weil dort die Waldung ausgereutet ward“). | |
| 2) | -reiter: Reither. Greither. Buchreiter. Daffenreither. Hochreiter. Markreither. Neureiter. Niederreiter. Oberreiter. Abstreiter, entstellt aus Abtsreuther (Steub). Dagegen Margreiter von dem O. Margreit. | |
| 3) |
-rieder s. [Ried]. Mitunter finden sich in demselben N. alle drei Formen: Bernreuther, -reither, -rieder Frauenreuter, -reiter, -rieder. |
Reuter III. 1) mhd. riutaere „Ausreuter“, der Land urbar macht 2) vom Rhein her eingedrungen aus mittelniederländ. ruiter — wohl aus mittellat. ruptarius, rutêrus, von rupta Abteilung eines Heeres (Rotte) — „Wegelagerer, Räuber“, woraus sich, da diese Leute häufig zu Pferde waren, die Bed. „Krieger zu Pferde“ entwickelte.