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Vorrede zu einer neuen Auffassung des Lebens Jesu
[V]-[IX]
Erstes Kapitel[1]-[13]
Der modern-historische Lösungsversuch.
1.Darstellung[1]-[3]
2.Die vier Voraussetzungen des modern-historischen Lösungsversuchs[3]
3.Die zwei kontrastierenden Epochen. (Erste Voraussetzung)[3]-[6]
4.Der Einfluss der paulinischen Sühnetheorie auf die Fassung der synoptischen Leidensworte. (Zweite Voraussetzung)[6]-[8]
5.Das Reich Gottes als ethische Grösse im Leidensgedanken. (Dritte Voraussetzung)[8]-[12]
6.Die Form der Leidensoffenbarung. (Vierte Voraussetzung)[12]
7.
Zusammenfassung
[12]-[13]
Zweites Kapitel[13]-[18]
Die »Entwicklung« Jesu.
1.Das Reich Gottes als ethische und als eschatologische Grösse[13]-[15]
2.Der eschatologische Charakter der Aussendungsrede[15]-[17]
3.
Die neue Auffassung
[17]-[18]
Drittes Kapitel[18]-[23]
Die Predigt vom Reich Gottes.
1.Die neue Sittlichkeit als Busse[18]-[20]
2.
Die Ethik Jesu und die moderne Ethik
[21]-[23]
Viertes Kapitel[24]-[32]
Das Geheimnis des Reiches Gottes.
1.Die Gleichnisse von dem Geheimnis des Reiches Gottes[24]-[26]
2.Das Geheimnis des Reiches Gottes in der Rede zum Volk nach der Aussendung[26]-[27]
3.Das Geheimnis des Reiches Gottes im Lichte der prophetischen
und jüdischen Zukunftserwartungen
[27]-[28]
4.Das Geheimnis des Reiches Gottes und die Annahme der glücklichen galiläischen Periode[29]
5.Das Geheimnis des Reiches Gottes und der Universalismus Jesu[29]-[30]
6.Das Geheimnis des Reiches Gottes und Jesu Stellung zum Gesetz und Staat[30]-[31]
7.
Das Moderne in der Eschatologie Jesu
[31]-[32]
Fünftes Kapitel[32]-[34]

Das Geheimnis des Reiches Gottes im Leidensgedanken.

Sechstes Kapitel[34]-[52]
Die Würde Jesu auf Grund seiner öffentlichen
Wirksamkeit.
1.Das Problem und die Thatsachen[34]-[38]
2.Jesus der Elias durch die Solidarität mit dem Menschensohn[38]-[40]
3.Jesus der Elias durch die Zeichen, die von ihm ausgehen[40]-[42]
4.Die Dämonenbekämpfung und das Geheimnis des Reiches Gottes[42]-[43]
5.Jesus und der Täufer[43]-[44]
6.Der Täufer und Jesus[44]-[48]
7.
Der Blinde zu Jericho und die Ovation beim Einzug in
Jerusalem
[49]-[52]
Siebentes Kapitel[52]-[60]
Nach der Aussendung. Litterarische und historische
Probleme.
1.Die Seereise nach der Aussendung[52]-[55]
2.Das Abendmahl am See Genezareth[55]-[57]
3.
Die Woche zu Bethsaida
[57]-[60]
Achtes Kapitel[60]-[80]
Das Messianitätsgeheimnis.
1.Vom Verklärungsberg nach Cäsarea Philippi[60]-[63]
2.Der futurische Charakter der Messianität Jesu[63]-[65]
3.Der Menschensohn und der futurische Charakter der Messianität Jesu[66]-[71]
4.Die Totenauferstehung und der futurische Charakter der Messianität Jesu[72]-[79]
5.
Der Verrat des Judas — die letzte Bekanntgebung des Messiasgeheimnisses
[79]-[80]
Neuntes Kapitel[81]-[98]
Das Geheimnis des Leidensgedankens.
1.Die vormessianische Drangsal[81]-[83]
2.Der Leidensgedanke in der ersten Periode[83]-[84]
3.Die »Versuchung« und die göttliche Allmacht[84]-[86]
4.Der Leidensgedanke in der zweiten Periode[86]-[89]
5.Jes 40-66: Das Leidensgeheimnis in der Schrift geweissagt[89]-[91]
6.Das »Menschliche« im Leidensgeheimnis[91]-[92]
7.
Der Leidensgedanke im Urchristentum. Die Verschiebung der Perspektive
[92]-[98]
Zehntes Kapitel[98]-[109]

Abriss des Lebens Jesu.

Nachwort[109]

Das Messianitäts- und Leidensgeheimnis,
eine Skizze des Lebens Jesu.


Erstes Kapitel.
Der modern-historische Lösungsversuch.

1. Darstellung.

Die synoptischen Stellen bieten keine Erklärung, wie der Leidensgedanke sich Jesu aufdrängte und was er für ihn bedeutete. Die apostolische Predigt in den Petrus- und Paulusreden betrachtet das Leiden unter dem Gesichtspunkt der göttlichen Notwendigkeit, welche in der Schrift geweissagt ist. Auch die paulinische Theorie hat nichts mit der Geschichte zu thun.

Was also im Zusammenhang mit einer geschichtlichen Auffassung des Lebens Jesu über den Leidensgedanken ausgeführt wird, ist nicht von der Geschichte direkt dargeboten, sondern aus ihr erschlossen. Es handelt sich immer nur um eine notwendige und unvermeidliche historische Konstruktion, deren Richtigkeit in dem Masse feststeht, als sie Ordnung und Klarheit in die synoptischen Notizen bringt.

Sämtliche Konstruktionen mit ausgesprochen historischem Interesse begegnen sich in einem Lösungsversuch, den wir als den historisch-modernen bezeichnen. Historisch daran ist das Interesse, Geschichte zu erklären, modern die psychologische Nachempfindung, mit deren Hülfe nachgewiesen wird, wie unter dem Einfluss bestimmter Erlebnisse der Leidensgedanke sich Jesu aufdrängte und von ihm religiös gewertet wurde. Die Grundgedanken dieses Lösungsversuchs sind folgende.