»Ich verstehe,« sagte der Träger und ging wieder ein paar Stufen weiter; dann sagte er: »Was hast du mir noch zu sagen?«

»Wenn man dir sagt, die Armut sei besser als der Reichtum, so glaube es nicht.«

Der Träger ging weiter und bat ihn nach einigen Stufen wieder, zu sprechen.

»Zum dritten: wenn man dir sagt, daß es besser ist, zu Fuße zu gehn als zu reiten, so glaube es nicht; das sind die Ratschläge, die ich dir zu geben habe.«

Der Träger stieg die Treppe vollends hinauf; und als er oben war, warf er seine Last hinunter.

Der junge Mann schrie: »Was machst du da?«

Und der Träger sagte: »Wenn man dir sagt, daß in dem Pack da ein einziges Stück ganz ist, so glaube es nicht.«

212.

MAn erzählt, daß Nasreddin-Effendi einen Bruder hatte; sie waren beide unbeweibt, verlangten aber zu heiraten. Schließlich fanden sie zwei Mädchen nach ihren Wünschen; sie heirateten beide, und jeder gründete einen Hausstand. Nun kam einmal der Bruder des Hodschas zu diesem auf Besuch; da sah er, daß des Hodschas Frau fröhlich war, lachte und scherzte, während die seinige außerordentlich ernst war. Und er sagte zu Nasreddin: »Du bist mein Bruder; sei also so gut und sage mir, wie du es angestellt hast, daß deine Frau so vergnügter Laune ist: ich will es dann mit der meinigen ebenso machen.«

»Umsonst verrate ich es dir nicht,« sagte der Hodscha; »wenn du mir aber einen vollständigen Anzug gibst, so will ich es zuwege bringen, daß sie lacht.«