259.
ALs einmal der Hodscha seinen Esel verloren hatte, sagte einer zu ihm: »Ich habe ihn dort und dort als Muezzin gesehn.« Der Hodscha ging in die ihm genannte Ortschaft, und als er ankam, stieg eben ein Muezzin aufs Minaret, um zum Gebete zu rufen; und der Hodscha schrie, als er das sah: »Woher kommt denn der Unselige!« Dann nahm er seinen Sack vom Rücken, nahm eine Handvoll Gerste und zeigte sie, wie man es macht, wenn man einen Esel ruft, dem Muezzin und rief: »Tschosch, Tschosch!«
Der Muezzin sah vom Minaret aus, daß ihm der Hodscha etwas anbot; er dachte, der Hodscha wolle ihn herunterlocken, um ihm einen Streich zu spielen, und so sagte er: »Du willst mich foppen; aber die Kosten wirst du bezahlen.«
Über diese Antwort war der Hodscha ganz verdutzt.
260.
EInes Tages besprang der Hodscha seinen Esel und legte sich dann mitten auf dem Wege in der Sonne neben ihm nieder, den Sik entblößt. Ein Mann kam dazu, und der schrie: »Was machst du da? das ist schändlich!«
»Ah,« sagte der Hodscha, »warum sollte ich ihn nicht trocknen lassen? wenn ich ihn bei meiner Frau gebraucht habe, tue ichs ja auch.«
261.
DEr Hodscha hatte acht Esel; auf einen stieg er. Als er dann seinen Ritt gemacht hatte, zählte er sie, brachte aber nur sieben heraus; er vergaß nämlich den, auf dem er saß. Nachdem er abgestiegen war, brachte er acht heraus; über diese Erscheinung war er ganz verdutzt, so daß ihn einer, der vorüberkam, fragte, worüber er sich wundere. Er schrie: »Früher waren es nur sieben; jetzt sind es auf einmal acht.«
»Der, auf den du gesessen hast, hat eben die Zahl vollgemacht.«