Der Joghurt antwortete nichts, hörte aber auch nicht auf, sich zu wiegen. Unverzüglich warf sich der Hodscha auf den Sack, machte ein Loch hinein und versenkte darein den besagten Menschenpflanzer. Als er ihn dann wieder herauszog, sah er, daß er voller Joghurt war, und da schrie er: »Wahrhaftig, du warst schon in Löchern genug; aber mit einem weißen Kopfe bist du noch nie herausgekommen!«
297.
ZUfällig kam einmal der Hodscha vorbei, als ein Jude mit erhobenen Händen Gott um einen Regen anflehte; es regnete aber keineswegs. Da wandte sich der Jude zum Hodscha und sagte zu ihm: »Bete auch du; nach dem, wessen Gebet einen Erfolg haben wird, werden wir sehn, wer der wirkliche allmächtige Gott ist, der deinige oder der meinige.«
Der Hodscha hob die Hände zum Himmel und betete. Und alsbald grollte der Donner, zuckten Blitze hernieder und begann ein starker Regen zu fallen. Der Hodscha entfloh und trachtete sich eiligst unter einem Felsen zu verbergen; aber das Wetter schlug auch dort hinein und ging über den Hodscha nieder.
Da schrie er: »Herr Gott, du hast mein Gebet schlecht verstanden; warum nähmest du dir sonst die Mühe, das Gewitter bis unter diesen Stein zu schicken, wo doch der Jude draußen steht?«
298.
EInes Tages ging der Hodscha weg, und nachdem er eine Zeitlang gewandert war, fand er nicht mehr nach Hause; da begegnete er einem Manne und den fragte er: »Bruder, hast du mein Haus gesehn?«
Der Mann antwortete: »Ich habe einen grob knochigen Derwisch gesehn, der es wegtrug; wenn du mit mir gehn willst, so wollen wir ihn aufsuchen.«
Der Hodscha glaubte es und kam sogar auf den Verdacht, es handle sich um einen Greis, der Baba-Sultan genannt wurde. Er machte sich alsbald auf den Weg zu diesem Biedermanne; als er ankam, fand er ihn im Hofe seines Klosters. Er fragte ihn: »Hast du mein Haus gesehn?«
Der Alte antwortete: »Man hat es hiehergebracht; dann ist es aber wieder zurückgeschickt worden.«