Die Verbreitung dieses Schwankes ist so oft behandelt worden, daß es wohl überflüssig ist, hier noch einmal darauf einzugehn; bemerkt sei nur, daß er auch in Indien im Volksmunde lebt (Swynnerton, S. 273).

277. Sottisier, Nr. 219; Anthropophytheia, V, S. 327 ff.133

Dem Motive von dem Fleischverkaufe an die Hunde werden wir unten bei Nr. 412 noch einmal begegnen; festgestellt sei hier nur, daß es in der Form, die in diesem Schwanke vorliegt, eigentlich nur eine Variante zu dem unten zur Nr. 407 behandelten Motive ist. Ähnliches wird bei Haltrich, S. 226 ff. erzählt.

Eigentümlich ist eine arabische Überlieferung aus Algier, die bei Pharaon, S. 174 ff. erzählt wird: Si Dscheha wird von seiner Mutter auf den Markt geschickt, um einen Hammel zu kaufen; er soll aber einen wählen, der nicht mehr gehn kann. Anstatt nun einen zu kaufen, bei dem das wegen seines Fetts zutrifft, bringt er einen heim, der vor Schwäche nicht mehr gehn kann. Dscheha schlachtet ihn und breitet die Fleischstücke auf einem Brette aus. Als es Nacht wird, ohne daß sich jemand um ihn und seine Ware gekümmert hätte, verkauft er sie an eine schwarze Hündin, der er sagt, er werde wegen der Bezahlung mit ihr zu ihrem Herrn gehn. Er verfolgt auch die Hündin und stürzt hinter ihr in ein Haus mit dem Rufe: »Gebt mir mein Geld!« Die Herrin dieses Hauses ist eben mit einem Nachbar mitten in einer galanten Unterhaltung, und dieser Nachbar wirft Si Dscheha, den er für einen Gläubiger der Dame hält, seine Börse zu. Kaum hat Dscheha das Geld genommen, als die schwarze Sklavin der Dame meldet, daß ihr Gatte heimkommt. Nun muß sich der Geliebte unten, Si Dscheha oben in dem Bette verstecken. Der Gatte teilt seiner Frau mit, daß er verreisen müsse, und sagt, die Hände zum Himmel erhebend: »Ich empfehle dich dem da oben.« Da hebt Si Dscheha den Vorhang und ruft: »Herr, ich habe mit deiner Frau nichts zu schaffen; empfiehl sie lieber dem unten: ich bin nur um mein Geld hergekommen.« Damit entflieht er in der allgemeinen Verwirrung.134

Ganz auffallend stimmt mit dieser Geschichte die 30. Novelle Morlinis überein; ja sogar der Zug von dem Fleischverkaufe an einen Hund ist rudimentär erhalten. Den Übergang zu einer Erzählung in Tausend und einer Nacht (übertragen von Henning, XXIII, S. 222 ff.) stellt die unten als Nr. 386 wiedergegebene Geschichte aus Tunis dar.

278. Sottisier, Nr. 220; sehr ähnlich Serbisch, S. 108.

Vgl. Nr. 43 und Nr. 299.

279. Sottisier, Nr. 221.

280. Sottisier, Nr. 222; vgl. die als Nr. 428 mitgeteilte Giufágeschichte samt den Anmerkungen dazu.

Köhler, I, S. 507; Fourberies, S. 57 ff.