DEr Hodscha hatte seinen Esel verloren und er erkundigte sich um ihn. Da sagte einer: »Ich habe ihn dort und dort als Kadi gesehn.«
»Das wundert mich gar nicht,« sagte der Hodscha; »denn wann ich Unterricht erteilte, spitzte er immer die Ohren dorthin, wo er mich sprechen hörte.«
64.
DEr Hodscha ging ins Gebirge Holz fällen; da begegnete er einem Manne, der einen sonderlich lebhaften Esel ritt. Der Mann kam näher und ritt an dem Hodscha vorbei. Der rief ihm nach: »Warte ein bißchen; ich muß dich um etwas fragen.«
Der Mann hielt an.
Nun sagte der Hodscha: »Wieso läuft denn dein Esel so schnell? Der meinige geht nicht vom Flecke. Was wendest du an?«
»Was gibst du mir,« antwortete der andere, »wenn ich dirs mitteile?«
»Einen Bienenstock.«
»In der Stadt gibts jetzt roten Pfeffer. Davon kaufe dir. Hierauf geh ins Gebirge, fälle dein Holz, nimm, wann du es dem Esel aufgeladen hast, ein wenig von diesem Pfeffer und stecke es ihm in den Hintern. Dann paß auf: du wirst sehn, wie schnell er laufen wird.«
Auf der Stelle kehrte der Hodscha um, um unverzüglich in die Stadt zu gehn und roten Pfeffer zu kaufen. Dann ging er wieder ins Gebirge, fällte Holz, belud den Esel und steckte ihm ein wenig Pfeffer in den Hintern. Sofort setzte sich der Esel in Galopp, und zwar so, daß ihm der Hodscha nicht folgen konnte.