EInes Tages wollte der Hodscha dem Bei Tamerlan einen Besuch abstatten. Er ging in den Garten und pflückte einen Korb Quitten; damit machte er sich auf den Weg. Er begegnete einem Bekannten, und der sagte zu ihm: »Wohin gehst du, Hodscha?«

Der Hodscha antwortete: »Es ist schon lange her, daß ich nicht bei Bei Tamerlan war; ich will ihn jetzt besuchen.«

»Und was ist das?«

»Ein Geschenk für den Bei,« sagte der Hodscha.

»Aber Quitten«, fuhr der Mann fort, »sind jetzt nicht das richtige; jetzt ist die Zeit der Feigen: bring ihm doch einige recht frische.«

Ohne weitere Worte ging der Hodscha wieder heim, warf die Quitten weg und nahm Feigen; freilich merkte er, daß sie noch grün und sauer waren. Er ging damit zum Bei und bot sie ihm nach dem Gruße auf einer Holzschüssel dar.

Der Bei griff sofort um eine Feige, die ihm gut zu sein schien, und führte sie zum Munde; er geriet in Zorn und befahl, die übrigen dem Hodscha an den Kopf zu werfen. Eine nach der andern traf den Hodscha ins Gesicht, aber er rief bei einer jeden: »Gelobt sei Gott!«

»Hodscha,« sagte der Bei, ihn unterbrechend, »warum diese Danksagungen? soll ich sie als eine Verhöhnung auffassen?«

»Meinen Dank sage ich deswegen, weil ich dir habe Quitten bringen wollen und mir einer, Gott sei gelobt, den Rat gegeben hat, lieber Feigen zu nehmen. Wenn es Quitten gewesen wären, wo wäre ich jetzt?«

72.