EIn andres Mal ging der Hodscha wieder zum Bei. Der war eben daran, auf die Jagd zu reiten; er nahm den Hodscha mit, ließ ihn aber auf eine elende Mähre steigen. Es fiel ein Platzregen, und jeder machte sich mit seinem Pferde im Galopp davon; der Hodscha jedoch konnte das seinige nicht von der Stelle bringen und mußte zurückbleiben. Ohne zu zaudern, zog er seine Kleider aus, brachte sie am Bauche des Pferdes ins Trockene und saß wieder auf. Als dann der Regen aufhörte, kleidete er sich wieder an und ritt zum Bei. Der verwunderte sich höchlich, ihn nicht im mindesten naß zu sehn.

Der Hodscha erklärte es ihm: »Dieses Pferd ist gar wacker; es ist so schnell gelaufen, daß ich keine Zeit hatte, naß zu werden.«

Der Bei wies nun dem Pferde den ersten Platz in seinem Stalle an. Als er dann wieder einmal auf die Jagd reiten wollte, nahm er den ausgezeichneten Renner selber und gab dem Hodscha ein andres Pferd. Es fing wieder zu regnen an; jeder eilte davon, um sich ins Trockene zu bringen, und der Bei, der auf der Mähre zurückblieb, wurde bis auf die Haut durchnäßt. Wütend über die Antwort, die ihm der Hodscha gegeben hatte, rief er ihn am nächsten Tage vor sich.

»Hältst du mich für deinesgleichen, daß du mich belogen hast?«

»Warum ärgerst du dich, Bei? Weißt du denn nicht, wie man es macht? Hättest du dich, wie ich es getan habe, ausgekleidet und wärest auf dem Pferde geblieben, so hättest du, als der Regen aufgehört hat, trockene Kleider gehabt.«

73.

EInes Tages ließ der Bei den Hodscha zum Dscherid74 einladen. Nun besaß der Hodscha einen prächtigen Ochsen; den sattelte und bestieg er und kam also auf den Platz, wo der Dscherid stattfinden sollte. Alle lachten, als sie ihn sahen.

»Hodscha,« sagte der Bei, »das ist etwas neues, einen Ochsen reiten! Aber laufen kann er nicht.«

Der Hodscha erwiderte: »Ich habe ihn schon schneller laufen sehn als ein Pferd; und dabei war er damals erst ein Kalb.«

74.