139.
MAn erzählt, daß der Hodscha am Tage auf seinem Felde Lauch gepflanzt, ihn aber bei Anbruch der Nacht wieder herausgezogen hat. Die Leute merkten das, und man fragte den Hodscha, warum er so tue.
Er antwortete: »Heißt es denn nicht, daß man seine Schätze unter seinem Kissen verwahren soll?«
140.
EInes Tages wurde der Hodscha gefragt: »Warum halten sich von den Bewohnern dieser Erde die einen an dem einen Orte auf und die andern an einem andern, anstatt daß sie alle an demselben Orte verweilten?«
»Was, das versteht ihr nicht?« rief der Hod scha; »wenn sich alle Bewohner der Erde an einem Punkte vereinigten, würde die Seite, wohin sie gingen, das Übergewicht bekommen und sie würden herunterpurzeln.«
141.
ALs der Hodscha einmal auf der Wanderschaft war, bemerkte er in der Ferne eine Anzahl Leute auf seinem Wege; waren es vielleicht Räuber? In seiner Nähe war ein Grab. Hastig entkleidete er sich, steckte seine Kleider in die Höhlung des Grabmals und legte sich unten auf den Grabstein nieder. Die Reisenden kamen heran und sahen einen nackten Mann, ausgestreckt auf dem Steine. Und sie sagten zu ihm:
»Wer bist du, Freund?«
Der Hodscha antwortete: »Ich bin ein Toter.«