»Nun, meine Herren, es ist zu befürchten, daß euere Kamele, die noch nie ein Gebirge gesehn haben, erschrecken und an den Baum anlaufen, auf dem ich bin, und mich also herunterwerfen.«

152.

MAn erzählt, daß Tamerlan einmal in die Nähe der Stadt kam, wo der Hodscha lebte. Die Einwohner versammelten sich, gingen zum Hodscha und baten ihn, Tamerlan davon ab zuhalten, daß er durch ihre Stadt ziehe. Auf der Stelle machte sich der Hodscha einen Turban von der Größe eines Wagenrades, stieg auf seinen Esel und ritt Tamerlan entgegen. Er traf ihn, und der wunderte sich sehr über diesen Anblick und sagte: »Was ist das für ein Turban, Hodscha?«

Der Hodscha antwortete: »Das ist meine Nachtmütze. Entschuldige mich, daß ich damit gekommen bin; aber der Turban, den ich sonst bei Tage trage, kommt hinten auf einem Wagen nach.«

Erschrocken über die seltsame und ungeheuere Kopfbedeckung der Bewohner zog Tamerlan nicht durch die Stadt.

153.

EInes Tages forderte der Bei Tamerlan den Hodscha dringend auf, etwas auf der Baßlaute zu spielen; und er sagte: »Wir wollen dir zuhören.«

Man brachte die Laute. Der Hodscha widerstand nicht mehr dem Drängen des Beis und nahm die Laute; aber er kniff nur eine Saite einmal und hielt inne. Da sagten sie zu ihm: »Warum spielst du nicht mehr, Hodscha?«

»Es summt eine Mücke,« antwortete er, »und der Lärm würde den Klang der Laute ersticken.«

154.