Nun geschah es mit Gottes Willen, daß in der Stadt einer starb; es war ein Weber. Die Leute liefen zum Hodscha und sagten zu ihm: »Komm ihn erwecken.« Er ging hin, stellte sich dem Toten zu Häupten und sagte: »Was war dieser Mann?« Die um ihn antworteten: »Ein Weber.«

»O weh,« sagte der Hodscha, »mit dem steht es schlimm.«

»Wieso denn?«

»Ach, die Weber kann man nicht vom Tode erwecken.«

»Warum?«

Und der Hodscha antwortete: »Solange der da am Leben war, hatte er schon die Beine in einer Grube; natürlich war es sein Los, einmal den Beinen folgen zu müssen.«

156.

IN einer Gesellschaft kam einmal ein Hafis an einem geringern Platze als der Hodscha zu sitzen und das mißfiel ihm sehr; und er sagte zum Hodscha: »Wenn das Buch der Bücher und ein andres Buch an derselben Stelle liegen sollen, welches legt man oben, den Koran oder das andere?«

Der Hodscha merkte die Absicht des Hafis und antwortete: »Man legt natürlich das heilige Buch über das andere, aber nicht über seine eigene Hülle.«

Diese Worte ließen den Hafis verstummen83.