157.
DRei Leute reisten einmal in die ehrwürdige Stadt Mekka; einer war aus Siwri-Hissar, der andere aus Mers-Hum und der dritte aus Tasch-Gwetscher. Auf dem Heimwege von der ehrwürdigen Stadt Mekka sagte nun der aus Siwri-Hissar, um das Verdienst seiner Pilgerfahrt zu vergrößern: »Mein Knecht Koch-Kadem, der in meinem Hause und mein Eigentum ist, soll frei sein!« Der aus Mers-Hum sagte: »Meine Sklavin Benefscheh, die in meinem Hause und mein Eigentum ist, soll frei sein!« Nun rief der aus Tasch-Gwetscher, ein tölpischer Bauer, der dümmer als die zwei andern war: »Was reden diese Schufte? In meinem Hause gibts keinen Knecht Koch-Kadem und keine Sklavin Benefscheh; aber dafür soll die Mutter meines Sohnes Jakub von mir geschieden sein: zum ersten, zum zweiten und zum dritten Male, sie sei frei!«
Da hat man also eine hübsche Probe, wie sich ein türkischer Bauerntölpel bewährt hat, um nicht hinter seinen Freunden zurückzubleiben.
158.
EInes Tages kochte seine Mutter große und kleine Fische und der Hodscha beobachtete alles durch ein Loch in der Tür. Und seine Mutter sagte zu seinem Vater: »Jetzt wird bald der Hodscha da sein. Verstecken wir die großen Fische unterm Bett, und setzen wir die kleinen zum Essen auf den Tisch; wenn er dann fort ist, holen wir die großen hervor und essen sie.«
In diesem Augenblicke trat der Hodscha ein und man sagte zu ihm: »Komm, Sohn, wir wollen Fische essen.«
Die kleinen Fische wurden aufgetragen; sofort nahm der Hodscha einen und hielt ihn an sein Ohr. Da sagte sein Vater: »Aber Sohn, was machst du denn da?«
Der Hodscha antwortete: »Ich frage den Fisch.«
»Worum?«
»Ich habe von ihm erfahren wollen, was für ein Fisch das war, von dem Jonas verschluckt worden ist; aber er hat mir geantwortet: ›Ich weiß das nicht; unter dem Bett dort sind größere, die mußt du fragen.‹«