» MUselmanen,« rief Nasreddin, der Hodscha eines Tages, »dankt dem Allerhöchsten recht von Herzen, daß er dem Kamel keine Flügel gegeben hat; denn dann käme es von oben auf unsere Häuser und in unsere Gärten herab und fiele uns vielleicht noch auf die Köpfe.«
3.
DEr Hodscha stieg eines Tages in einer gewissen Stadt auf die Kanzel; und er sagte: »Muselmanen, die Luft in euerer Stadt ist dieselbe wie in der meinigen.«
»Wieso, Hodscha?« sagte einer in der Versammlung.
»Das ist sehr einfach,« antwortete der Hodscha; »zu Hause habe ich mich umgesehn, wie viel Sterne man sieht, und gerade so viel sind ihrer auch hier.«
4.
EInes Tages ging der Hodscha ins Bad. Dort war er allein, und voller Freude darüber begann er ein paar Lieder zu singen. In dem engen Raume erschien ihm seine Stimme hübsch und angenehm, und er sagte: »Sie ist eigentlich ganz lieblich; warum sollen sich ihrer nicht auch die andern freuen?« Damit verließ er das Bad und entfernte sich. Es waren aber schon einige Stunden des Vormittags vorbei.
Ohne irgendwie zu verziehen, stieg der Hodscha auf das Minaret und rief zum Morgengebete.
Da schrie unten einer: »Was ist denn das für ein Narr, der jetzt mit seiner garstigen Stimme unser Viertel zum Morgengebete ruft?«
Und der Hodscha rief von der Höhe herab: »Ja warum findet sich denn kein gütiger Wohltäter, der hier oben auf dem Minaret ein Bad baut, um diese Stimme, über die man sich beklagt, zu ändern?«