„Und in den andern Ländern, da dürfen die Kinder schon mit sieben Jahren gehen?“

„Wenigstens in vielen; ja ich glaube in den meisten.“

„Warum denn nur gerade wir deutschen Kinder nicht? – Aber sag' mal, Tante Toni, wenn ich jetzt sehr krank würde, so krank, daß ich sterben müßte, dürfte der Priester mir dann die heilige Kommunion bringen?“

„O, das glaube ich – ganz bestimmt!“

„Willst du mir dann versprechen, Tante Toni, daß ich den lieben Heiland bekomme, wenn ich sehr krank werde?“

„Aber, Toni, mein Herzchen, wie kommst du denn auf diesen Gedanken? Du fühlst dich doch nicht unwohl?“

„Versprich, bitte, Tante, versprich!“ flehte das Kind so eindringlich, daß die Tante nicht anders konnte als antworten:

„Ich versprech' dir's, Kind; von Herzen gern will ich in einem solchen Fall alles tun, was ich kann, um deinen Wunsch zu erfüllen!“

Leo hatte diesem Gespräch mit Interesse zugehört. „Sag' mal, Tante“, mischte er sich nun ein, „wenn die Toni stirbt, ist sie dann doch noch unsere Schwester?“

„Aber gewiß!“