Der Rost hat jene edlen Klingen großenteils verzehrt, so daß wir nur noch an dem reichen Schmucke des Heftes und Knaufes den Wert der einstigen Waffe erkennen. Aber hier gibt es gar viel Schönes zu sehen, an kostbarer Bekleidung des Griffes, an Schmuck und Besatz der kurzen Querstange und des Knaufes in Gold und Edelsteinen wie in feiner Arbeit in Filigran.

Das Schwert hing, wenn allein, an der rechten Seite an einem Riemen, der über die Schulter ging.

Nicht minder prangten die Scheiden, die meist in Holz mit Lederüberzug hergestellt waren, mit schönem Besatz. War ihre Fläche selber oft schon mit allerlei Muster übersät, so bildeten die Fassungen am Eingange für die Klinge, die Querringe und das Ortband die prächtigsten Zieraten.

Skramasax

Gleiches galt für das vor allem bei den Franken gebräuchliche einschneidige Kurzschwert mit langem Griff, den breiten Skramasax, der dem Krieger zur Rechten oder zur Linken hing.

Lange und kurze Messer wie Dolche wurden in gleicher Pracht geschmückt, ebenso ihre Scheiden.

Speer

Der Speer mit breitem Blatte ist gelegentlich ein Gegenstand liebevoller Durchbildung; selbst mit Silber und Gold wurde seine Klinge eingelegt oder tauschiert, sein Schaft geschnitzt und mit reichen Ringen von Edelmetall umfaßt.

Axt

Der fränkische Angon — die Lanze mit langer dünner Eisenspitze und Widerhaken — diente zu reinem Kampfzwecke, erfuhr keine besondere künstlerische Durchbildung. Die Franziska (francisque) dagegen, die gefürchtete Streit- und Wurfaxt der Franken, besaß einen künstlerisch hoch interessanten und eleganten Umriß.