Bogen
Bogen und Pfeile behielten naturgemäß der Regel nach die reine Nutzform, die ihnen das Bedürfnis aufnötigte; doch wird berichtet, daß der Eibenholzbogen manchmal geschmückt, ja mit Metall und Steinen besetzt war; schöngezierte Bogenenden haben sich vorgefunden. Die Köcher für die Pfeile erfreuten sich dagegen meist reicherer Durchbildung mit Lederüberzug, Riemen- und Fransenschmuck, Metallringen und selbst kostbarem Beschlag.
Schild
Die unentbehrlichste Schutzwaffe war der Schild; von alters her bei den Germanen stets rund, aus Lindenholz, mit Leder überzogen. In der Mitte hatte er ein Loch, um der fassenden Hand Platz zu gewähren, die von hinten den darüber querliegenden Schildgriff ergriff. Sie zu schützen erhob sich über der Handöffnung nach außen der hutartig gestaltete Schildbuckel oder Nabel. Sein Rand war mit Nieten auf den Schild befestigt, seine Spitze kegel- oder halbkugelförmig; der meist aus Eisen bestehende Buckel war oft mit schönem Bronze-, manchmal selbst mit Silber- oder gar Goldschmuck besetzt oder mit edlem Metall überzogen und von Edelsteinen umgeben. Den Schild umzirkte ein Rand, der bei einem besonders kostbaren ostgotischen sogar aus Gold mit roten Edelsteinen in Zellen besteht. Die Lederfläche des Schildrundes war wohl meist bemalt, benagelt, besetzt oder sonst geschmückt.
Helm
Helme schützten zuerst vorwiegend das Haupt der Könige und Führer als Zeichen der Herrschaft, erst spät das der Krieger. Was uns erhalten ist, zeigt uns meist den verzierten Spangenhelm von kegeliger Kuppelform, oft mit Stirn- und Nasenschild, wohl auch mit Wangenschutz. Die Spangen von Bronze oder Eisen geben die Stärke, die Felder dazwischen, mit Reliefs und Ähnlichem gefüllt, aus edlerem Metall, wie das Stirnschild, den Schmuck. Die nordische bildende Kunst versuchte sich hier sogar in getriebenen figürlichen Darstellungen.
Panzer
Panzer, aus Ringen gebildet, Brünnen, fehlen nicht, ohne jedoch in den Bereich der bildenden Kunst oder der Schmuckkunst zu treten.
Solche Bewaffnung ([Abb. 11]) genügte aber sicher, um den Träger zu einem nicht nur geschützten und stark gerüsteten Kriegsmanne, sondern auch zu einer prächtigen Erscheinung zu machen, wie solche von den Südländern mit Staunen geschaut und von ihren Schriftstellern oft gepriesen wurde.