Bogner: Rätselhaft? Ich finde gar nicht. Wenn ich nicht grade im Arbeitszimmer Chalybäus’ etwas im Konversationslexikon gesucht hätte, würde niemand das Telephon gehört haben.

Renate: Aber es war doch so sonderbar! Ich wollte Sie sprechen, und kaum daß ich das Amt um die Verbindung gebeten habe, kommt auch schon Ihre Stimme. Sie müssen wissen: Unser Gespräch am Montag hat mich schrecklich gewurmt. Es war eine unselige Art, unsre Bekanntschaft zu machen. Durch das Geschrei und die Zwischenfragen fortwährend kam ich mir ganz verzerrt vor; als müßten Sie mich in einem Hohlspiegel gesehn haben. Den ganzen Tag hat mich mein linkes Ohr geschmerzt, und immerzu hörte ich Sie: Ja, bitte — sagen. Kein Wort war zu verstehn. Warum geht es denn nun so herrlich?

Bogner: Sie riefen doch grade um die Börsenzeit an, wo alle Leitungen überladen sind. Jetzt, mitten in der Nacht, ist es natürlich still.

Renate: Mitten in der Nacht? Es ist kaum neun —

Das Amt: Drei Minuten! Ich breche —

Renate: Aber ich bitte Sie, Fräulein, Sie sollen durchaus nicht abbrechen, bis ich das Zeichen gebe! — — Sind Sie noch dort?

Bogner: Jawohl.

Renate: Wie schön beruhigend das heute klingt. Wir wollen unser Gespräch von neulich wieder gutmachen. Ich hätte Lust zu einem kleinen Nachtgespräch.

Bogner: Ich auch, wahrhaftig! Setzen wir uns!

Renate: Danke, ich sitze bereits. Sie stehen hoffentlich nicht an einer Wand?