Das war ein Mensch! jawohl! Betäubend, berauschend, wahrhaftig! Ich muß ihn näher kennen lernen. Richtig — wollte er nicht fort, aus dem Lande? Wer — ach, Cornelia Ring, — sie gab mir ihre Adresse. — Ihre runden Dryadenaugen erschienen ihm, er erinnerte sich, wie sie ihm ihr Herz ausgeschüttet hatte, — der sonderbare Nachtweg, — und er versprach, an seinen Vater zu schreiben. Nein, das Sonderbarste war doch diese Fahrt in der Droschke ... Aber Montfort, der hatte Gewalt über Menschen! Wer konnte wohl so ausgesehen haben wie er? Fernando Cortez vielleicht, ja, irgendeiner, der eine verlorene Sache verteidigt, ein Prätendent; in Gefahr müßte man ihn sehn, auf dem Rückzug durch Urwälder, von Schwärmen vergifteter Pfeile verfolgt, und mit jedem Leben, das hinsinkt, wächst ihm ein neues an sich selbst, und er schwingt sich in eigenen Händen wie einen Feuerbrand zu einem Dutzend gefährdeter Stellen, ermutigend, tröstend, versprechend, drohend, versiebenfachtes Leben, aus sich selber wimmelnd, bei Gott, so war er! Und er und Cornelia, Renate und Magda zogen einen abenteuerlichen Reigen, Magda trat vor und sah ihn herzbewegend an, da fühlte er, wie sein wehmütiges Empfinden in Takten zu schaukeln begann, die sich allmählich mit deutlichen Vorstellungen besetzten ... Ach, wie traurig sind die Tage ... auf einmal hatte er den Anfang ... Seit ich in dem Schatten lebe ... und Georg nahm hastig ein Blatt, eine Rechnung, wie es schien, aus seiner Brieftasche, legte es darauf und schrieb schwermütig, hin und wieder streichend und ändernd:

Ach wie traurig sind die Tage,

Seit ich in dem Schatten lebe,

Nicht mein Antlitz zu ihm hebe,

Nicht sein Mund mich heilt.

Friedlos, ach, von bittrer Plage,

Frage ich die stummen Haine,

Frage Pfade, Ufer, Steine,

Wo mein Herr verweilt.

Von der Schwelle ausgetrieben,