Ehe aber der in seiner wüsten Schweigsamkeit die Oase eines Sprüchleins entdeckt hatte, hörte Georg den al Manach wieder:
„Gewiß, Sie und ich, wir verstehens, aber — das ist ja nicht: man.“
Georg lächelte schwach. Dieser sanfte Türke war scharf wie die Damaszenerklinge Sultan Aladdins, mit der er vor den Augen des löwenherzigen Richard ein seidenes Kissen spaltete.
„Ich will ja gern zugeben,“ sagte er, „daß manches in diesem Gedicht anfangs dunkel bleibt, aber ...“
„Dunkel? Sollten Sie nicht: unklar meinen oder deutlicher: konfus? Sie können ja soviel! Die schmeichelnde Rilkeweis’, Hofmannsthals Schwermutston, und Georges Tempelton haben Sie auch gut gehört.“
„Ja, das Gedächtnis!“ seufzte Georg beschämt, „aber davon wissen Sie ja mehr als ich! Nein, sagen Sie mir, was verstehen denn Sie unter poetischer Dunkelheit, denn die ich meine, deckt sich eigentlich nicht mit Konfusion. Aber ich fürchte, Herrn Bogner wird das Theoretisieren kaum gefallen?“
„Theoretisieren ist schön“, sagte al Manach. „Theorien, nicht aufgestellt als richtende Götzen, sondern gezogen als Essenzen, formulierte Erfahrungen ...“
„Sie haben es gut ausgedrückt,“ sagte Georg eifrig, „ich meinte immer —“ Ein Blick der sanften Augen ließ ihn schweigen.
„Ich drücke alles gut aus“, sagte al Manach.