Ich blieb im Haus,

Ich lahme Frau ...

Ja, so sprach sie von sich, so sprach sie ...

Doch weiß er wohl,

Wie’s um mich steht!

Er giebt mirs zart,

Macht zu —

Vor Georgs Augen verschwamm alles, es würgte ihn im Halse, er ließ das Buch fallen, sagte stumpf das letzte Wort der Zeile „— und geht“, stand auf und ging durch die finstern Zimmer hinaus, trat an ein Fenster im dämmerhellen Klaviersaal, sah die Mondsichel glimmend und undeutlich über den Parkbäumen, glitt langsam auf die Erde nieder, schlug die Stirn gegen die Wand und stöhnte: Emmaus! — Er lag stundenlang am Boden bis zum Morgengrauen, aufbrennend in entsetzlicher Scham, in Verzweiflung, in Ohnmacht, bis er todmüde wurde, sich erhob, in das Sterbezimmer ging und, ohne einen Blick auf die lächelnde Tote zu wagen, sich auf ein Ruhebett ausstreckte und entschlief.

Rubinglas

Georg, als wäre brennendes Feuer hinter ihm, jagte aus Helenenruh zurück, wie er hingekommen. Langausgestreckt im Fahrsitz, das Steuerrad auf der Brust, die verengten Augen hinter den Brillengläsern stur gradaus gerichtet, vor sich her einschlingend das stabgerade oder eifrig sich windende Band der weißen Straße, konnte er doch keine Minute lang in dieser Lage aushalten, mußte sich aufsetzen, die Füße heranziehn, sie wieder von sich strecken, wieder liegen, — lag und ächzte leise vor sich hin, den Chauffeur neben sich vergessend, auf unerträgliche Weise gefoltert von dem einen Wort Renate, das in ihm herumrannte wie eine Quecksilberkugel im Spielzeug.