Nur meine Stummheit ists, die reden lernte

Und alles überschreit! O daß ich sänge!

Eindränge in die Seelen mit Gefühl,

Die Namen stammelnd, Namen, blühend, Kinder,

Im Welken Himmlische, und Worte, Worte ...“

War es denn zu Ende? Georg wagte nicht, sich zu bewegen. Sie stand immer noch wie zuletzt, die Augen geschlossen. Dann schien sie zu wanken. Georg sprang auf und kam eben rechtzeitig, sie aufzufangen. Sie fiel abgebrochen gegen ihn wie eine Säule. Er fühlte sie schweißbedeckt und eiskalt am ganzen Leib, aber sie war nicht ohnmächtig, sie zitterte, er raffte den Mantel vom Boden, selber zitternd, und hüllte sie hinein, während Gedanken in ihm schwirrten wie Funken. Sie an sich drückend, flüsterte er stumm: „Ich weiß ja, ich weiß ja nun alles. Ärmste, du hast nie spielen dürfen, was du konntest, du hattest — ach, was weiß ich, wie es war, aber nun ... Komm,“ sagte er sanft, „komm, leg dich hin, komm, es ist ja nun gut! ich weiß ja nun ...“

Da horchte sie auf. „Was weißt du nun?“ hauchte sie.

„Ach — alles; was dir fehlt, wer du bist. Aber das hat nun ein Ende. Ich kann ja alles für dich tun, ich —“

„Was willst du tun?“ fragte sie, seltsam schmelzend und ergeben.

„Ach ... Du weißt doch: das Theater ist doch nichts ohne meinen Vater, und ich selber ... man hat doch alles für Geld. O die Schurken, nun weiß ich alles! Was soll ich tun, Herz? Soll ich morgen zum Intendanten gehn? Willst du hier bleiben? Willst du nach Berlin? Sag doch, Herz, du bekommst ja!“