Die Erde, ja die Erde klingt, die alte.
Wir sind geliebt, wir Menschen sind geliebt,
Denn eine Blinde baut uns goldne Brücken,
Denn eine Stimme kam, um uns zu dienen ...
Und da — gnädiger Gott! — war die Erwartung zu groß? Wars schon zuviel? Da erkannte die arme Seele, daß sie all die Zeit noch ein andres Leben mit sich getragen hatte, geheim, von dem niemand wissen durfte, aber Er, Er mußte es wissen, er würde nicht richten, sie dachte: du bist rein, alles ist rein vor dir, auch dies Leben. Er war rein, aber er war zart. Er ertrug nicht den Anblick, er ging fort. Keiner erfuhr, wohin. Als Jahre dahin waren, konnte die arme Seele in einem Zeitungsblatt lesen, daß im Walde eine Leiche gefunden war.
So furchtbar war ihr andres Leben ... Ich zeige es auch Dir.
Erlosch die Sonne? Das Stück ward nicht gespielt, die arme Seele brach durch.
Nein, es kam ja das Glück. Wie hatte der große Mann von ihr gehört, in der königlichen Stadt, vor dem die Könige spielten und in Gold und Seide gingen? Wie konnte denn das Firmament sich neigen wollen? Die arme Seele sollte dort hinauf, die Sonne sollte vor Allen brennen, der große Mann wollte es. Die Seele war nicht gebrochen.
Die Sonne brannte, es war ein alter Vertrag, in dem stand: noch ein halbes Jahr, die arme Seele wollte ihn halten. Weshalb? Sie hatte zuviel Geduld gehabt. Der große Mann würde warten, noch ein halbes Jahr, die Sonne brannte, der große Mann wartete nicht.
Aus wars mit der armen Seele. Abend und Nacht und Morgen, die Sonne war aus, aus war das Leben.