Georg saß, die Hände auf den Knäufen der Stuhllehnen, ein wenig vorgebeugt, als ob er lausche. Der Armsessel stand an der Wand. Nichts bewegte sich. Es war still.
Als Georg merkte, daß er horchte, wußte er, daß unendliche Zeit vergangen war, während er so gesessen hatte. Während dieser Zeit mußte der Rest abgelaufen sein. Nun war nichts mehr.
Vor seinen Augen war das Zimmer dämmrig, obgleich die tiefe Nachtschwärze in den Rechtecken der Fenster stand. Das Schreibbüro war deutlich erkennbar, die weiße Kuppel der Lampe, die Umrisse des runden Tisches in der Mitte des Raums, die Lehnen der Stühle, schattenhaft alles.
Und was war dies mit der See? Still, kein Laut. Georg erinnerte sich, daß es mitten im Winter war. Vielleicht war die See zugefroren.
Er fuhr sich unbewußt mit der Hand über die Stirn.
Ja, sagte er halblaut. Ja, dann ist es wohl so weit ...
Er lehnte die linke Schläfe gegen die rauhe Wange des Stuhls, plötzlich zitternd vor Müdigkeit, und so saß er eine lange Weile, ohne Widerstand gegen das immer wieder losrieselnde Zittern. Langsam verging es. Auf einmal flatterte seine linke Hand heftig. Dann war alles still.
So wirds gut sein, dachte er dankbar. So — immer tiefer ... immer tiefer ... dann ein kleiner Ruck, — alles steht.
Aber ich schlafe ja vorher ein! schrak er auf und lächelte.
Also ... ist noch etwas? dachte er mühsam. Abschied? Von wem?