„Um zu heilen.“

„Und wie könnt ihr?“

„Du mußt dich mitteilen. Aber erst höre, wie dies sich begab. Wir stiegen an deinem Ufer ab, hier ich, die Freundin, die du lange kennst, und dieser Diener aus dem Reich der Mitte. Hier der Notwendige, wie du ihn nanntest, führt’ uns zu dir, wir pochten, aber du gabst keine Antwort. Schliefst du schon? es war erst Abend, aber deine Fenster dunkel. Wir traten ein, und einer machte Licht. Da sahn wir gleich dein schlummerndes Gesicht in einem Schlaf, wie wir noch nicht gesehen. Wir konnten sprechen, sitzen oder gehen, du aber schliefst und wußtest von uns nicht. Am Abend hatten wir uns eingefunden. Nun ist es tiefe Nacht, du schläfst seit Stunden, du schliefst dich glühend an und wieder kühl; es wurde sanft in dir, und dein Gefühl, das schmerzliche, stieg auf wie Wasserblasen zu deinem Antlitz, wo sie sprangen zart in lauter Lächeln. Was einst Qual und Rasen gewesen, schreckenvoll mit Nacht geschart, verwandelte sich in der Schlafmagie. Nun deine letzten Träume, siehe sie um dich versammelt, da du nun genesen! Die Freundin still und ernst, stumm den Vasall, und mich, in Händen klar den Sprachkristall, und bunt und immer lächelnd den Chinesen ...“

„Aber Jason, mir scheint, dies war schon einmal, nur nicht so wunderbar und —“

„Das sind die Femrichter gewesen. Jenes war Mummenschanz, dieses ist wahr.“

„Soll ich nun sprechen?“

„Wenn du es willst. Wenn es zerbrechbar ist, sollst du es brechen, wenn es dir stillbar ist, daß du es stillst. Zwar ist der Teufel gemeinhin im Zweiten ...“

„Wie soll ichs verstehn?“

„Beizeiten! Laß sehn: Was du allein weißt — nicht wahr? — das ist gut. — Gut ist es und echt. Weiß es ein Zweiter mit dir, ist es schlecht, — dieweilen es heißt: sein Haben mitteilen. Teilst du aber dein Wissen mit Reden, so wird es zerrissen, was bleibt für jeden? Die Hälfte, nicht wahr? Und teilst du’s mit Dreien, teilst es mit Vieren, mit Hunderten gar, so wirst du’s verlieren, und keiner hat was. Darum sagt der Chinese vom Tao: Tao zu lehren, ist verwehrt. Tao gelehrt, hieße Tao geteilt, aber Tao ist das Eine. Darum ist Lao-Tse, der Reine, in die Verborgenheit gegangen. Nur im Verborgenen konnt er empfangen — den Zweiten, der mit ihm die Einheit sei.“

„Was heißt das? verzeih!“